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Menorah · 1927-10-01 · Heft 10 (Oktober 1927) · p. Seite 595

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
5 (1927)
Issue
Heft 10 (Oktober 1927)
Article
Auf dem Hügel
Date
1927-10-01
Page
Seite 595 (sequence 11)
Language
German
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AUF DEM HÜGEL 595 „Druscheh-Geschenk Chussens zad1) . . „Druscheh-Geschenk Kallehs zad2) ..." „Mechitunim greift zu den Beuteln . . „Chussens zad..." „Kallehs zad.. Gemächlich beugte sich Schmiel-Jossje zu dem Stiefelschaft, langsam und schwer. Es dauerte geraume Weile, bis er das grobe, verbundene Leinwandtäschchen herausnahm. Er seufzte auf und warf, wie bei allen Hochzeiten seiner Kinder, zwei harte, glänzende Silbergulden mit Geklirr in den Teller. Schmiel-Jossje stand neben dem Teller und gab acht. Aber es fiel so aus, wie sein Herz es ihm prophezeit hatte. Es gab keine Druscheh-Geschenke. Von sehen der Braut haben die heimischen Gäste, wie gewöhnlich, jeder nur einen halben Gulden in den Teller geworfen und das war alles. Von seiten des Bräutigams — da gab es wohl viel zu sehen.. . Des Bräutigams Vater, der alte, blinde Schnorrer, kam, mit den zahnlosen Kinnbacken mahlend, gebückt hinzu und warf zwei Sechser, die der Bräutigam ihm in die Hand gedrückt hat, in den Teller : „Vater, geh, gib Druscheh-Geschenk..flüsterte der Bräutigam, einer klugen Eingebung folgend, dem Alten ins Ohr. Seine Schwester, die Magd aus Lemberg, stellte irgend ein gläsernes Zeug, fast eine Scherbe, hin. „Eine ,Blumenvase"\ rief der Schammes spöttisch aus, das Gesagte mit halbgeschlossenem Auge apostrophierend. Schmiel- Jossje stand da mit offenem Munde und stierte wütend nach oben: „Nu ... nu . . ." Die paar armen Leute des Städtchens haben sich rasch, bald nach der Mahlzeit, aus dem Staube gemacht, und Jechiel, der Tischler, hatte zwei Sechser in den Teller geworfen; für alle, hieß es, auch für die Söhne. Scheindale konnte sich nicht zurückhalten. Sie schlich an dem Vater vorbei und sagte laut, damit jene es hören: „Man hat sich umsonst angefressen für dein schwer erarbeitetes Geld, Vater. .." „Wie denn, meinst, die Leute haben keinen Verstand? ..sagte sie höhnisch und ihre Nase flammte vor Zorn. Schmiel-Jossje schwieg. Hätte damals ein Hund an seinem Herzen geleckt, er hätte sich vergiftet. Er zählte zweimal den Betrag nach. Es waren achteinhalb Gulden. Die Hochzeit hatte sauer verdiente zwölf Gulden gekostet... l) Von seiten der Gäste des Bräutigams. a) Der Braut.

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