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Menorah · 1927-10-01 · Heft 10 (Oktober 1927) · p. Seite 581

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
5 (1927)
Issue
Heft 10 (Oktober 1927)
Article
Die synagogale Kunst im Mittelalter
Date
1927-10-01
Page
Seite 581 (sequence 11)
Language
German
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DIE SYNAGOGALE KUNST IM MITTELALTER 581 II. Prg. läßt den gekrönten Pharao (S. 21) nackt in der auf seinen Befehl gemordeten Kinder Blute baden, das ihm ein Scherge mit dem Schöpfkübel über die Füße gießt. A. B. zeigt die drei Freunde Jobs nebeneinander, jeden in seinem Garten mit vier Bäumen vor einer Hütte an gedeckter Tafel sitzend. Der mittlere setzt den Kelch vom Munde ab, da sich der Wein zu Blut verwandelt hat, der linke legt sein Messer neben das Brot, weil es zu Fleisch geworden, und der rechte zerrt vergebens an dem Fleische, das völlig roh ist. Ratlos sitzen sie so vor ihren Tischen, bald aber sollen sie bemerken, daß an dem Baume, der den Namen ihres Freundes Job trägt, das Laub •abgefallen oder welk geworden ist. So erfahren sie von seinem Leiden, und daß er ihres Trostes harrt, den sie ihm doch nicht zu bieten vermögen. Reichlichen Stoff findet die biblische Illustration auch am R i t u a 1, das in biblischer Zeit an den Opferdienst im Tempel gebunden, späterhin im häuslichen Leben von kultischen Kriterien beherrscht war. Der Ez. 40 geweissagte neue Bau wird von A. B., dem Prophetenwort entsprechend, minutiös dargestellt9). Das mittlere Haupt- und zwei NebenschifYe enthalten eine große Zahl Unterabteilungen für die verschiedenen Gerätschaften und Verrichtungen des Tempeldienstes. Links das von zwölf Rindern getragene kupferne Becken, in dem die Priester badeten, darunter die Zubereitung der Schaubrote, dann das Abhäuten der geschlachteten Opferlämmer. Im Mittelschiff der Hohepriester, der über zwei Ziegenböcklein zu beiden Seiten (nach 3. B. M. 16, 8) die Lose wirft, darunter Leviten, die in die Posaune stoßen oder die Harfe, Zimbel und andere Instrumente spielen, unter ihnen ein Altar und davor Priester, von denen einer Brandopfer darbringt und zwei andere das Blut in Schalen auffangen, unten der goldene Leuchter mit einander zugekehrten Flammen, daneben Zange und Pfännchen, dann die heilige Lade mit den Cherubim, dazu eine Flasche mit Manna zur Erinnerung an Israels Speisung in der Wüste, der Stab Arons zum Gedächtnis der Erwählung seines Stammes und Geschlechts, darunter zwei Reihen Schaubrote, die durch göttliches Wunder44 von einem Sabbat zum andern warm blieben, dann die Pförtner, die das Heiligtum bewachten, und unten das zum Opfern bestimmte Vieh. Im rechten Schiff die Gerichtsstätte mit der hohen Gestalt des die Rechte erhebenden Königs, neben ihm ein Mitglied des Sanhedrin, unter ihnen das zum Gericht versammelte Volk, dann ein dienender Levit mit dem Krug in der Hand, aus dem er dem Priester vor sich über der Schüssel die Hände netzt. Darunter hinter weitmaschigem Gitterwerk versammelte Frauen, dann ein Priester, der einen Nasiräer schert (4. B. M. 6, 18) und daneben ein anderer, der das für die Opfer bestimmte Brennholz schält, um es von Würmern, Ameisen und anderen Unreinlichkeiten zu säubern, da das Feuer des Altars nichts anderes als allein das Opfer verzehren durfte. — Reicher noch ist die Formgesetzlichkeit natürlich in der Haggadah zu künstlerischer Darstellung gebracht. H. Nrb. zeigt Moses Eheschließung mit Zippora so, wie sie zu jener Zeit in Spanien üb-

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