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Menorah · 1927-10-01 · Heft 10 (Oktober 1927) · p. Seite 577

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
5 (1927)
Issue
Heft 10 (Oktober 1927)
Article
Die synagogale Kunst im Mittelalter
Date
1927-10-01
Page
Seite 577 (sequence 7)
Language
German
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DIE SYNAGOGALE KUNST IM MITTELALTER 577 (S. 60) allgemein den Gott lobpreisenden Frommen dar. Ebendort steht (S. 10) ein Mann mit kurzem Bart und flachem westslavisehem, pelzverbrämtem Barett, der mit dem Zeigefinger der Rechten und dem Daumen der gespreizten Linken seine Gedankenanalyse demonstriert, für den Weisen und (S. 30) für R. Akiba. — Auch die Dinge werden oft nur allgemein angedeutet. Die Vorratshäuser Josephs sind in H. Srj. nach alter Tradition wie schon auf den Mosaiken in der Vorhalle von S. Marco zu Venedig als ägyptische Pyramiden gezeigt. Ein viereckiges Haus mit offenem Dach und Türmchen, vor dem Mose steht, trägt, nach II. B. M. 7, 10, die Aufschrift: Land Gosen, und ähnlich in H. Prg. (S. 20) Pithom und Ra'amses. Daher bringt A. B. über jedem Miniaturbild auch einen erklärenden ti tu Iiis, und H. Nrb. fügt diesem hebräische Knittelverse bei, die in schlicht derber Weise ebenso den Sinn wiedergeben. Sowohl die prunkvollen Paläste, Schlösser und Tempel als auch Haus und Hof des einfachen Landmannes sind nicht perspektivisch geschaut, sondern nur allgemein architektonisch stilisiert. In A. B. zeigen Tempelbauten und Paläste durchweg: ein mittleres Haupt- und zwei Seitenschiffe. Die eng zusammengedrängten hohen, schmalen Turmbauten, die mit ihrer Krenelierung und flachen Kuppelung, ihren Fialen, Palmetten und Rosetten eine Mischung verschiedener Stilelemente darstellen, besonders mit ihren moresken Hufeisenbogen an die in Südspanien herrschenden arabischen Einflüsse erinnern, sind mit ihren durch schlankere Fenster, Simse und Gibel reich gegliederten Seitenteilen nur in schematisch er Typisierung repräsentativ angedeutet. Ebenso ist der Altar durch eine Art Holzblock wiedergegeben, über dem ein kreisförmiger blauer Fleck auf den Himmel hinweist. Eine durch einfaches Pfahlwerk eingehegte Rasenpflanzung vertritt Feld und Hof, denen Gärten und Bäume nur ornamental hinzugefügt sind. Auch die Gewandung hängt schlaff am Körper hernieder oder hüllt mit reichem Faltenwurf die Gestalt so völlig ein, daß die sie durchzitternde leidenschaftliche Erregung, nicht aber die eigenen Formen und ihre Gliederung dadurch kenntlich werden. Selbst der Größenabstand folgt bisweilen der mechanischen Unterscheidung der feudalen Rangabstufung so weit, daß eine halbwegs richtige Perspektive darüber beiseite gesetzt wird. Joseph ist als der Mächtigere in H. Srj. größer dargestellt als seine Brüder und Pharao als seine Reiter. Ebenso ist in H. Prg. (S. 12) der Größenunterschied zwischen dem die Wunder und Festgebräuche erklärenden Vater und seinem zu ihm aufblickenden Sohne übersteigert. — Auch das logische Erwägen tritt hinter der buchstäblichen Auffassung des Bibeltextes zurück. Der tiarengeschmückte Pinchas hält in einer spanischen Haggadah vom Ende des XIII. Jahrhunderts, die im Besitz des Earl of Crawford ist (H. Crf.), das (nach 4. B. M. 25) buhlende Paar auf seiner erhobenen Lanze so in der Luft aufgespießt, daß aus ihren durchstochenen Leibern Ströme Blutes niederlließen. Die Engel auf der Jakobsleiter schreiten diese auch in H. Srj. auf Sprossen von unmöglich großen Abständen hinan, andere in naiver Zeichensprache

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