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Menorah · 1927-09-01 · Heft 9 (September 1927) · p. Seite 545

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
5 (1927)
Issue
Heft 9 (September 1927)
Article
Die Juden in Bulgarien einst und jetzt
Date
1927-09-01
Page
Seite 545 (sequence 3)
Language
German
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DIE JUDEN IN BULGARIEN EINST UND JETZT 545 'W Wl h\\< : \Hfk htt \\\i'.Ul:^rlMi|!' nc.lM«.lr(ik.Kf M?. M'J'f *At\r.\iHü HK'rMVW D/r fZt/;i Judentum rufstammende bulgarische Zarin Tlieodora (i 115—1155) mit ihn'7n Gatten und ihren Söhnen slus; Svornik Narodni TJmutvorcnia 1892 Großen Einfluß erlangten die Juden Tirnovos um die Mitte des 14. Jahrhunderts, als eine schöne Jüdin als Gattin des Zaren Ivan Alexander den bulgarischen Thron bestieg; sie trat zum christlichen Glauben über und führte als Zarin den Namen Theodoras). Ihr Sohn Ivan Schischmann war der letzte Zar des mittelalterlichen Bulgarenstaates; um sein Reich vor den türkischen Eroberern zu retten, erklärte er sich im Jahre 1375 als Vasall des Osmanensultans Murad I. und gab ihm seine Schwester Thamar (Mara) zur Frau. Dieses Opfer der Zarenschwester machte solchen Eindruck auf das Volk, daß heute noch die Erinnerung an die Halbjüdin Mara im bulgarischen Volksliede fortlebt. Im Jahre 1360 tagte in Tirnovo ein Kirchenkonzil, das die christlichen Irrlehren und auch die jüdische Lehre verdammte. Damals wurden drei Führer der Juden Tirnovos zum Tode verurteilt. Einer von ihnen rettete sein Leben, indem er den christlichen Glauben annahm, der zweite wurde auf dem Wege zur Richtstätte von der Volksmenge erschlagen, der dritte wurde hingerichtet, nachdem man ihm „die Lästerzunge und die Ohren, die auf Gottes Wort nicht hören wollten", abgeschnitten hatte9). Seit jener Zeit gab es keine Juden mehr in Tirnovo; hebräische Grabsteine, die man heute am Fuße der Trapesitza, des Schloßberges von Tirnovo, findet, sind die einzigen Zeugen der großen Vergangenheit der Juden in der altbulgarischen Residenzstadt. Eine wesentliche Verstärkung erfuhr das bulgarische Judentum in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts, als ungarische Juden, die von König Ludwig I. des Landes verwiesen wurden, nach Bulgarien kamen und sich in den Städten Widdin, Plevna und Nikopol niederließen. Um das Jahr 1370 wird in Widdin der Rabbi Schalom aus Neustadt genannt, der in Widdin die erste Rabbinerschule auf bulgarischem Boden ins Leben rief. Sein Nachfolger R. Dosa Yewani war literarisch tätig und verfaßte das Werk ,,Perusch we tosafot"10). Eine neue Periode in der Geschichte des bulgarischen Judentums hebt gegen Ende des 15. Jahrhunderts an. Als die Juden Spaniens und

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