Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 5 (1927)
- Issue
- Heft 9 (September 1927)
- Article
- Die Juden in Bulgarien einst und jetzt
- Date
- 1927-09-01
- Page
- Seite 544 (sequence 2)
- Language
- German
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544 MENORAH byzantinischen Judengemein - de Sofias, die später von den SephWdim „Comunidad de los Geros'4 genannt wurde, bestand bis in die jüngste Vergangenheit (1881). Die noch heute in Bulgarien anzutreffenden jüdischen Familiennamen Pizanti und Romano sind eine Erinnerung an jene byzantinischen Juden des mittelalterlichen Bulgarien, die während der Türkenzeit von den zahlreich einwandernden Sephardim aufgesogen wurden5). Daß die Juden in Bulgarien während des 9. Jahrhunderts ziemlicheVerbreitung gefunden hatten, ersieht man aus den Antworten, die Papst Nikolaus I. im Jahre 866 auf die Fragen der kurz vorher zum Christentum bekehrten Bulgaren gegeben hatte; an mehreren Stellen ist von jüdischen Gebräuchen die Rede, desgleichen von einem Juden, der in Bulgarien Religionspropagandagetrieben haben soll6). Ein getaufter Jude namens Leo Mung bekleidete zu Beginn des 12. Jahrhunderts die Würde eines Erzbischofs der autokophalen bulgarischen Kirche von Ochrida (Westmazedonien)7). Ochrida ist auch die Geburtsstadt des Juda Mosconi, eines der hervorragendsten Talmudisten des 14. Jahrhunderts. In Tirnovo, der Hauptstadt des zweiten bulgarischen Zartunis, w7erden Juden zur Zeit der Zaren Svetoslav (1301—1321) und Ivan Alexander (1331—1371) ausdrücklich erwähnt. Grabinschrift für denArchisynagogus J osephus (II. Jahrh. il. gew. Zeit/:) von Prof. Kazaroff (Sofia) freundlich zur Verfügung gestellt