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Menorah · 1927-09-01 · Heft 9 (September 1927) · p. Seite 533

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
5 (1927)
Issue
Heft 9 (September 1927)
Article
Auf dem Hügel
Date
1927-09-01
Page
Seite 533 (sequence 6)
Language
German
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AUF DEM HÜGEL 533 Mann soll lieber die paar Gulden Mitgift nehmen, einen Sack auf den Rücken und ins Dorf gehen, nach Kitkewitz . .. Was Gott beschert, das verdient man... Eine solche Sache... nu ... nu . .. So wird er sich mit dem Mechiten auseinandersetzen. Aufmerksam lauschend, lag er auf der Ofenpritsche und es drang zu ihm das erste Instrumentengekreisch der Musikanten, die aus Rosdine gekommen waren. Er vernahm das Getümmel in der Stube, das Kommen der heimischen Hochzeitsgäste, der Schwiegertöchter und Töchter. Sie hatten sich in weiten, bis über die Augen reichenden Perücken herausgeputzt, trugen baumelndes Ohrgehänge und schwarzen Flitter auf den schwarz-grünen, noch von ihren Trauungen herstammenden Joppen, die dumpf, schimmelig und nach Alter rochen. Sie standen besorgt da, die Nasen grimmig hängen lassend, und tuschelten in den Winkeln, weil der Bräutigam mit seinen Gästen noch nicht eingetroffen war. BiswTeilen liefen sie auf die Schwelle hinaus, um vom Hügel hinab in den bläulich-weißen, stillen Wintertag zu spähen und schickten dann den Belfer aus. daß er auf der Straße Nachschau halte.. . Schmiel-Jossje hatte sich auf der Pritsche plötzlich von einer Seite auf die andere umgewendet und schrie hinunter: ,,Er wird schon kommen ... er wird schon kommen ... nu . . . ha? .. . ej . .. ej .. . Weiber ... ej . .. ej ... ej .. . Lassen einen nicht einmal ein Aug* schließen ..." Plötzlich stürzten alle Weiber mit einemmal hinaus und drängten die herausgeputzten Köpfe übereinander. In dem knarrenden, bis zu den Knien reichenden Schnee wateten der Bräutigam und seine Angehörigen, Vater und Schwester. Die Hochzeitsgäste des Hügelsgerieten sogleich in Zorn. Es erregte Ärgernis, daß die Schwester des Bräutigams, eine plumpe, untersetzt aussehende Magd mit gepuderten Wangen, ihre Frisur beim fleckigen Spiegel gerichtet hat und bald darauf im dunklen Vorhause hinter der Leiter sich mit Jidale, Jechiel Tischlers Sohn, unterhielt, laut und ausgelassen lachend. Indessen schien der Vater des Bräutigams, ein durchtriebener, auf einem Auge blinder Schnorrer, etwas zu suchen... Er stöhnte und begab sich zu einem abgelegenen Orte .. . „Vater, wo ist denn der Vater, Schmiel-Jossje, wo steckst du, wo? ... Die Mechitunim sind da ... Nun, was sagt man zu dem Mann ... Liegt gar auf der Pritsche . . Die Weiber riefen, fluchten, schlugen Lärm und waren wirr vor lauter Eile. Schmiel-Jossje jedoch blieb hartnäckig und wollte nicht von der Ofenpritsche herunter. Er schnarchte laut, schlief jedoch nicht

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