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Menorah · 1927-08-01 · Heft 8 (August 1927) · p. Seite 487

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
5 (1927)
Issue
Heft 8 (August 1927)
Article
Auf dem Hügel
Date
1927-08-01
Page
Seite 487 (sequence 4)
Language
German
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AUF DEM HÜGEL 48 7 „Die Firma und ein Brot in einem Körbchen, ha, wie meinst du? Oder ein Kipfel mit einer Barches .. . Mit Mohn bestreut? . . ergänzte der Bräutigam, die Stirne mit fachkundiger Miene runzelnd. „I.. . 0 .. . nu .. . sewach yminchu loj chufazti. . .*)" steigerte Schmiel-Jossje plötzlich ergrimmt den Ton. Er schüttelte den Kopf, blätterte um, schneuzte sich mit pfeifendem Gepruste in das rote Schneuztuch, entnahm der aus Baumrinde verfertigten Schnupfdose eine Prise und fuhr fort: „Lamnazejach mis-moir leduw-w-wid . . .*)" Ein schöpf haariger Bauer trat in die Stube, um eine Semmel zu kaufen. Breindel stülpte einen Zipfel des grobgewebten Tischtuches um und der Bauer legte darunter den Kupferkreuzer. Dann ließ sich Breindel wieder am Ofen nieder und indem sie den harten, sonnegebräunten Kopf der stechenden Sonne aussetzte, knackte sie rasch Kürbiskerne auf und spie kunstvoll die Schalen weit von sich wreg. Jidale stieß sie mit dem Ellenbogen und schnalzte spöttisch mit der Zunge. „Nu, Breindel, wirst du zu Pessach eine Malkeh sein? . .. Gib mir ein paar Kerne." Breindels schwarzes Gesicht rötete sich wie eine abgeschälte Rübe. Sie wollte mit einem Stichelwort entgegnen, begann jedoch zu stottern: ihre Augen zuckten schwer, ihre Nase schnaubte zornig und während sie ihm eine Handvoll Kerne reichte, sagte sie: „Du. . . du. .. Jidale, hast dich den-n-n-och ausgesöhnt. . . bbbist gar nicht böse ... du ... du .. . Jidale . . . bist trotzdem hier ... hab doch geglaubt, du bist böse ..." Der Bräutigam lachte, erstickte in sich sein Bäcker-Gehüstel, reckte sein bläuliches Kinn und winkte dem Freunde mit seinem blinden Auge zu. „Ha, nu, was sagst du zu diesem Weibstück? . . . Eine feste Maid. .. Ha?;< Breindel knackte die Kerne rascher auf, spie die Schalen aus und sprach den Bräutigem zum erstenmal an: „Hörst, was ich dir sagen werde, Chaskel? ... Wirst es weit bringen wenn e r dein Freund sein wird .. . Einen sauberen Freund hast du dir ausgesucht. .." Und heimlich verfolgte sie die beiden mit mißtrauischen Blicken nach allen Seiten hin. *) Verse aus den Psalmen.

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