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Menorah · 1927-06-01 · Heft 6-7 (Juni 1927) · p. Seite 433

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
5 (1927)
Issue
Heft 6-7 (Juni 1927)
Article
Einiges über das Fachschulwesen in Kleinpolen (Galizien)
Date
1927-06-01
Page
Seite 433 (sequence 3)
Language
German
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EINIGES ÜBER DAS FACHSCHULWESEN IN POLEN wirkte anregend auf die Judenschaft anderer Slädte, bald entstanden besonders in größeren Orten, wie Krakau und PrzemysI, ähnliche Anstalten, hauptsächlich für Mädchen, über eifrige Bemühung der Frauen Dora Citron und Elise Frankel, Schwieriger gestaltete sich die Frage der Gründung von Fachschulen für die m ä n n- 1 i c h e Jugend. Die enormen Kosten für Investitionen und Ausstattung solcher Anstalten standen hindernd im Wege, obgleich diese Frage Gegenstand der unausgesetzten Bestrebungen des Verbandes war. In Stryj gelang es zuerst, dank der Stiftung eines dortigen Bürgers, eine Lehrwerkstätte mit den Abteilungen für Schlosserei und Wagnerei zu eröffnen, und diese Werkslälte fungiert jetzt als regelrechte Handwerkerschule für Knaben. Dank den gewaltigsten Anstrengungen der jüdischen Bürger in Lemberg ist es gelungen, die „Handwerks- und Gewerbeschule für Knaben A. Korkis" in Lemberg zu gründen. Der mächtige Bau des Schulgebäudes, dessen Aufführung das Verdienst des Herrn Dr. Maximilian S c h ö n f e 1 d ist, wurde mit den modernsten Maschinen und Einrichtungen für die verschiedenen Zweige der Metall- und Holzbearbeitung ausgestattet. Schon heute, während des ersten Jahres ihrer Tätigkeit, zählt die Anstalt 244 Schüler, und Hunderte von Schülern warten auf Aufnahme. Die Spontanität der wirkenden chaluzischen Jugendkraft fand ihren schönen Ausdruck im „HasoJejt", einer Schlosserwerkstätte in Stanislau. Sie wurde von der Jugend mit eigenen Mitteln gegründet und lange Zeit unter den schwierigsten Verhältnissen selbständig geführt. In den Farmen in Stanislau und Sygniowka bei Lemberg findet diejenige Jugend Betätigung, welche sich in der Landwirtschaft für Palästina vorbereitet. Die Landwirlschaftsfarm für Mädchen in Stanislau — eine Schöpfung des Dr. Alexander R i 11 e r m a n — ist im laufenden Schuljahr als planmäßige Haushaltungsschule am Lande organisiert worden. Bemühung des Verbandes ist es. die Organisationellen For- * Die große Synagoge in Kattowitz men seiner Anstalten stets zu bessern und in allen Richtungen ihre Tätigkeit in Einklang mit den Erfordernissen der Zeit zu bringen. Ohne jeden Zweifel ist hier festzustellen, daß die Schulen zur Hebung der technischen Seite der Handwerkszweige beigetragen haben. Sie haben manche Gebiete erschlossen und hiemit neue Erwerbsmöglichkeiten geboten, wie zum Beispiel die Erzeugung von feinsten Qualitäten von Tisch-, Leib- und Bettwäsche, ferner Kelime (handgewebte Teppiche) und die zahlreichen Gegenstände der Metall- und Holzbearbeitung. Auch besteht die Bestrebung, über das Handwerkliche hinauszukommen und eigene künstlerische Wege zu gehen. Hieher gehören besonders die Bemühungen der Lemberger Mädchenschule, den Erzeugnissen auf dem Gebiete der dekorativen Kunst jüdischen (sacralen) Charakter zu geben. Einen schönen Erfolg auf diesem Gebiete bildet ein Exponat

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