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Menorah · 1927-06-01 · Heft 6-7 (Juni 1927) · p. Seite 432

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
5 (1927)
Issue
Heft 6-7 (Juni 1927)
Article
Einiges über das Fachschulwesen in Kleinpolen (Galizien)
Date
1927-06-01
Page
Seite 432 (sequence 2)
Language
German
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432 MENORAH Jüdische Gewerbeschule für Knaben in Lemberg Abteilung für mechanische Schlosserei nähme ein Jahr warten, keine Entbehrung scheuen, oft mil Hunger und Kalle kämpfen und trotzdem einen Eifer und Betätigungsdrang mit sich bringen, der neue Kräfte und ungeahnte Begabungen auslöst. Nun noch einige Worte darüber, wie sich der Umschwung in der Gesinnung der galizischen Juden zum Problem der Heranbildung seiner Jugend zu Handwerkern und Landwirten vollzogen hat. Wohl wurden vor dem Kriege von verschiedener Seite Anstalten gegründet, in welchen die jüdische Jugend in Landwirtschaft und Handwerk ausgebildet werden sollte. So hatte die J. C. A. in Slobödka Lcsna, einem Landgute nächst Kolomyja, eine Landwirtschaftsschule, mit allen derzeit modernen Einrichtungen ausgestaltet, gegründet; so hatte ein Lemberger Bürger, Markus Bernstein, noch in den Sechzigerjahren des vorigen Jahrhunderts sein ganzes Vermögen einer Stiftung zugewendet, durch welche Handwerkstälten für die jüdische Jugend errichtet und erhalten werden sollten, so manchen Versuch machte in dieser Hinsicht auch die Baron Hirsch-Stiftung, aber alle haben fehlgeschlagen, oder wenigstens keinen namhaften Erfolg gehabt. Der galizische Jude hatte sich damals keine Rechenschaft darüber gegeben, welche Bedeutung die Idee der Produktivierung bei einem Volke hat, das in seiner Majorität aus unproduktiven Elementen besteht. Nur die Ärmsten schickten ihre Kinder in die Lehrwerkstätten oder nach Slobodka, der Mittelstand und gar die zahlreiche Berufsintelligenz, welche aufdie philanthropischen Einrichtungen obiger Anstalten nicht angewiesen war, halte eine negative Beziehung zu ihnen. Wie kam es nun zu einer gründlichen Änderung dieser Haltung der Juden Galiziens, zum Umschichtungsprozeß? Zwei Ursachen waren hier von mächtiger Wirkung. Einerseits der Krieg, der mit zermalmender Wucht den erschlafften Selbsterhaltungstrieb aufrüttelte, anderseits machte sich das wachsende nationale Bewußtsein mit seiner regenerierenden Kraft als mächtiger Faktor gellend und schuf den ..Chaluz" mit seiner pietätvollen unbedingten Hingabe und ,,gordonischer" Auffassung der Arbeit. Während der russischen Invasion in Lemberg (1915) ergriff eine kleine Gruppe sozialer Arbeiter die Initiative, der Jugend Arbeits- und Bildungsmöglichkeiten zu verschallen. Welche Schwierigkeiten hier zu bekämpfen waren, ist fast unmöglich zu schildern. Dem unermüdlichen Eifer der Initiatoren unter Führung der Frau Dr. Cäcilie Klaffe n gelang es aber doch, nach Überwindung aller materiellen und moralischen Hindernisse, eine Lehrwerkstätte für Mädchen im Frühjahr 1915 zu eröffnen. Diese erste Lehrwerkstätte, deren Lehrplan nicht nur berufliche, sondern auch allgemeine Bildung umfaßte, wurde im Jahre 1919 in eine regelrechte Gewerbeschule umgewandelt. Anfangs mit ausgeliehenen Möbeln und Maschinen in einem unentgeltlich zur Verfügung gestellten Lokale, zählte sie bereits 170 Schülerinnen — heute in ihrem eigenen dreistöckigen, aus Spenden erstandenen Gebäude untergebracht, zählt sie 373 Schülerinnen. Dieses Beispiel

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