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Menorah · 1927-06-01 · Heft 6-7 (Juni 1927) · p. Seite 412

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
5 (1927)
Issue
Heft 6-7 (Juni 1927)
Article
Das jüdische Buch
Date
1927-06-01
Page
Seite 412 (sequence 2)
Language
German
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412 MENORAH tschewski, Schalom Asch, Jehoasch, Weissenbcrg, David Einhorn, S. Segalowitsch, Jehuda Sleinberg, S. J. Unojchi, L. Schapiro, David Bergelsohn, Ch. N. Bialik, Jona Rosenfeld, S. Schneiur, Jakob Fichman, der „Nistor", Joel Maslbaum, Perez Hirschbein, A. Weiter; dann die Amerikaner J. Opatoschu, A. Rabaj, D. Ignatow, M. L. Halperin, Many Leib und andere. Zugleich mit den Dichtern, Erzählern und Dramatikern erscheinen Kritiker und Essaiisten auf der Oberfläche, wie Rüben Brainin, Baal-Machschowes, S. Niger, Sch. Gorelik sowie Publizisten, Wissenschaftler, philosophische Denker, wie Dr. Chaim Schitlowsky, Ber Borochow, Dr. J. Schipper, N. Priluzki, Hilel Zeitlin usw. Um die jüdische Literatur herum beginnen die anderen Zweige der jüdischen Kultur sich zu entwickeln: Thealer, Musik, Malerei. Sie ziehen Nahrung aus den Literalurquellen und stehen unter der Kontrolle der jüdischen Dichter und ihres Schaffens. In den folgenden jüdischen Ausgaben begegnen wir sehr oft den Vertretern dieser verschiedenen jüdischen Kulturgebiete, die Fragen und Probleme aus der Welt ihres Schaffens aufwerfen, Ergebnisse und Erfahrungen feststellen. Seit Polen unabhängig geworden ist, konzentriert sich, wie bereits erwähnt, die jüdische Verlagsarbeit immer mehr in Warschau. Polen ist der Hauptproduzent des jüdischen Buches in der ganzen Welt. Die Verlagstätigkeit, welche in den Jahren der deutschen Okkupation (1914 bis 1919) zurückgegangen ist, beginnt in den folgenden Jahren immer mehr zu wachsen. In den anderen Ländern dagegen wird die jüdische Buchproduktion geringer. Auf die feiten Jahre von Am e r i k a und der Ukraine auf dem Gebiete des Verlagswesens folgt in diesen Ländern eine Krise: In Amerika infolge des Übermaßes der jüdischen Buchproduktion, in der Ukraine infolge der Aufstände, Pogrome und des allgemeinen Ruins. Das jüdische Polen produziert ungefähr 60 bis 70% sämtlicher erschienenen Bücher. Vorübergehend (in den Jahren 1921 bis 1923) begann auch eine ernste jüdische Verlagsarbeit in Deutschland, doch sie trug einen zufälligen Charakter, wurde durch die aus Rußland eingewanderte jüdische Intelligenz und durch Kunstfreunde ins Leben gerufen und brach im Jahre 1924 fast ganz ab. Erst von 1924 an beginnt eine intensive Verlagstätigkeit in Räterußland; diese zieht jedoch die Nahrung aus den lokalen literarischen Kräften und produziert für die lokalen Literaturbedürfnisse, die der dortigen Erziehung und dem Leser angepaßt sind. Die jüdische Literatur des Sowjetverbandes überschreitet selten die Grenzen Rußlands, dies auch nur in gezählten Exemplaren. Auch Amerika produziert in der letzten Zeit zumeist nur die Werke einzelner wenig wichtiger Dichter, welche ihre Schöpfungen auf eigene Rechnung herausgeben. Die besseren und anerkannten jüdisch - amerikanischen Schriftsteller veröffentlichen ihre gesamten Werke in Polen, ein Teil von ihnen auch in der letzten Zeit in Räterußland. Mehr als 50% der erscheinenden jüdischen Bücher gehören in das Gebiet der Belletristik (Lieder, Novellen, Romane, Dramen und Jugendliteratur im Original und in Übersetzungen). Auf den übrigen Gebieten ist die jüdische literarische Produktion im Hintertreffen; dennoch ist in den letzten Jahren eine große Besserung in dieser Hinsicht zu verzeichn en. Im allgemeinen ist folgendes festzustellen: Anstatt der Broschüren und Hefte, die noch vor 10 bis 15 Jahren vorwiegend erschienen sind, kommen jetzt auf allen Gebieten des jüdischen Schaffens vollwertige Bücher heraus. Ein Beispiel: Im Jahre 1912 sind auf dem Gebiete der Belletristik von 161 erschienenen Schriften bloß 24 Bücher (Schriften von sechs Druckbogen, das ist 96 Seiten aufwärts), im Jahre 1922 entfallen von 83 belletristischen Schriften schon 69 mit mehr als sechs Druckbogen. Das Heft macht dem Buch Platz. Wichtige Änderungen haben sich auch auf dem Gebiete der kritischen Werke, der Kinder- und Jugendliteratur und der jüdischen Lehrbücher voll-

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