Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 5 (1927)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1927)
- Article
- Die Juden in Linz
- Date
- 1927-05-01
- Page
- 331 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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IIitschcl, Juden zu Linz Ouittbricf über eine auf den Knollhof (bei ' Gramastcttcn) gehabte. Geldschuld, nyS Xach einer Kopie im Stifte If'il/wriri«: mit gütiger F.rlaub/iis des Stijtcs photographiert Theresiii Inningerin mit den Taborer Juden. Die Juden haben sieh wohl infolge der Ausschaltungen, die ihnen kein ruhiges Verweilen ermöglichten, niemals in einer auch nur nennenswerten Zahl in Linz dauernd aufgehalten. Sind doch solche Ausweisungsbefehle 1554, 1567, 1572, 1614, 1625, 1669, 1670 ergangen, und besagt der Überblick über diese Zahlen genug den Hieb, daß man sie einerseits nicht mochte, nnderseils doch duldete, da sich sonst solche Befehle nicht hüllen wiederholen müssen. Wenn immer wieder gesagt wird, daß die Juden es verslanden, durch Geld die Strenge» der Befehle zu mildern, so ist darauf zu antworten: „Was konnte man denn damals mit Geld nicht mildern!" Niemand hat deutlicher gesagt als der österreichische Historiker Kurz, wie zugänglich das ganze Land jederzeit an allen Stellen dem Gelde war. Man braucht auch die beweglichen Klagen in den Patenten. ,,dass der arme gemeine Mann durch den Besuch und Wucherlichen Lonlract der Juden hochbelrüngl und beschwürt, auch darzu den leichtfertigen Persobnen zu Diebstahl und Entfrembdung anderer Gueler und dergleichen nachteiligen Handlungen und Sachen Bailzung und Ursach gegeben werde22)'* nicht allzu ernst nehmen. Ein Grund zur Ausweisung mußle gefunden werden, und die Juden konnten froh sein, daß man ihnen nicht Hostienschündung und Kindermord zum Vorwurf machte. Noch Ende des 15. Jahrhunderls dürften die Juden in Linz seßhaft gewesen sein, denn 1479 stellten sie die Bitte um einen eigenen Fried-