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Menorah · 1927-05-01 · Heft 5 (Mai 1927) · p. 325

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
5 (1927)
Issue
Heft 5 (Mai 1927)
Article
Die Juden in Linz
Date
1927-05-01
Page
325 (sequence 15)
Language
German
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iAindcsfürsll. Patent über die Abschaffung der Juden aus Oberösterreich, Linz 1745 (Original im Landcsarcliiv Linz) der unterm Badgasse eine Betstube ein — im 17. Jahrhundert scheinen sie eine solche in der Raihausgasse (Peschkehaus) gehabt zu haben — und bilden den Stamm, aus dem sich die spätere Gemeinde entwickelte. Vorzüglich sind es südböhmische Juden, welche, durch Handel und Geschäft veranlaßt, hier Aufenthalt nahmen. V^/hronisten und Geschichtsschreiber bedienen sich, sobald die Rede auf die Juden vergangener Zeiten kommt, stets der gleichen Schablone, nach der Lehen und Treiben der Juden geschildert wird. Der Wucher, das Geld der Juden ist im guten und schlechten Sinne an allem schuld. Die Juden erschleichen und erkaufen sich das Recht, zu hausen und nützen dies rücksichtslos zum Schaden ihrer Mitmenschen aus. So ist der Gedankengang, der uns offen oder verblümt überall begegnet, auch bei den Chronisten von Linz. In Wirklichkeit muß das Bild anders ausgesehen haben. Daß für eine den Juden feindselige Haltung der Bevölkerung hinlänglich vorgearbeitet wurde, erhellt reichlich, wenn man die Synodenbeschlüsse von Wien, St. Pölten und Salzburg nachliest. Trotzdem lassen die jüdisch-theologischen Gutachten einen regen, gut bürgerlichen Verkehr zwischen Christen und Juden annehmen8). Die Juden besuchten auf ihren Reisen die christlichen Herbergen, die Christen merkten oft gar nicht, daß sie sich mit Juden zusammen befanden; sie wohnten auch bei Christen und kauften von ihnen, wie sie ihnen verkauften. Dies geht deutlich aus den Schriften des Rabbiners Israel Isserlein in Wiener-Neustadt, der 1430 bis 1470 gelebt hat. hervor. Haben wir doch schon erwähnt, daß 1571 eine Jüdin ihre Ware bei 2. HANDEL UND WANDEL.

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