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Menorah · 1927-05-01 · Heft 5 (Mai 1927) · p. Seite 324

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Journal
Menorah
Volume
5 (1927)
Issue
Heft 5 (Mai 1927)
Article
Die Juden in Linz
Date
1927-05-01
Page
Seite 324 (sequence 14)
Language
German
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324 MENORAH von Neustadt, Kollonicz zuzuschreiben, hatte zur Folge, daß 1400 Juden aus Wien ausziehen mußten. Nach einem zeitgenössischen Berichte7) zahlten die Juden Wiens an das oberste Proviantamt jährlich 12.000 IL, die Landjuden als Deputat dem Vizedomamt jährlich 4000 fl. Die von Wien haben sich nach Ausschaltung der Juden verpflichtet, obige Summe zu erlegen, aber ,.wegen der Landjuden hernach etliche Jahre disputiert, so doch endlich auch zur Richtigkeit gelangt". Der Linzer Stadtchronist Sint (II) schreibt zu dem Jahre 1670 eine kurze Notiz „Erinnerungspatent an die Advokaten und Procuratores, so wegen ihrer Principalen, also der Wiener Juden halber Streitigkeiten haben". Ob es sich um Forderungen von Wiener Juden oder um die Entschädigung wegen der Landjuden handelt, vermag ich nicht zu entscheiden. Kaum ein Jahrzehnt später kam aber Samuel Oppenheimer aus Heidelberg, der Begründer der Wiener Judengemeinde, nach Wien. Sein Schicksal hier zu schildern, würde zu weit führen, aber ein landeshauptmannschaftlich.es Dekret aus dem Jahre 1703, das an den Linzer Stadtrichter ergangen ist, dürfte nicht uninteressant sein: ,,dass wegen des Oppenheimers, Hoffaklors, auf Millionen lautende Zallungen die antringenden Creditores zur Gedult gewiessen werden sollen." Oppenheimer hatte die Aufgabe, das Geld für die Kriege Prinz Eugens beizuschaiTen und hat also auch in Linz Darlehen aufgenommen. Da 1700 sein Haus in Wien geplündert wurde, wobei auch die Geschäftsbücher vernichtet wurden, hat sich begreiflicherweise eine gewisse Aufregung der Gläubiger bemächtigt, die nun sogar seitens der „Behörde" beschwichtigt werden soll. Tatsächlich verschwinden mit Ende des 17. Jahrhunderts die Wiener und niederösterreichischen Juden von den Linzer Märkten, aber auch die böhmischen und mährischen Juden scheinen nur in geringer Zahl mehr hergekommen zu sein. Unter Karl VI. war die Lage der Juden schon erheblich schwierig geworden und wuchs unter Maria Theresia bekanntlich zu einer Katastrophe aus. Dieser Herrscherin haben wir Juden wenig Dank zu sagen. Ein landesfürstliches Patent verfügte 1745 die Abschaffung der Juden aus Oberösterreich. Mit Kaiser Joseph IL beginnt eine freundlichere Zeit. 1789 hatten die Juden die Erlaubnis erhalten, in einem auf ihre eigenen Kosten gemieteten Lokale unter gewissen Beschränkungen Gottesdienst zu halten. Ihr Erscheinen auf den Linzer Märkten kann ich ab 1767 nachweisen, da das Protestwechselbuch im Archive der Stadt Linz einen Wechsel des Juden Jonas Moyses aus Nikolsburg, „auf den nächstkommenden Linzer Bartholomäus-Markt" aufweist. Vereinzelte Geschäfte finden dann 1771, 1792, 1793 und 1796 statt, während ah 1822 ein reger Geschäftsverkehr der Juden nach den Linzer Märkten einsetzt, der hauptsächlich von Böhmen aus geführt wird. War 1772 den Juden der Hausierhandel nur auf den Jahrmärkten gestattet, so wurden am 9. September 1783 die Jahrmärkte Graz, Klagenfurt. Laibach, Linz für frei erklärt, und die Juden konnten einem anständigen Erwerb nachgehen. Im Jahre 1801 erscheinen die Juden als Käufer, als General Lahorie in Linz die Tabak- und Salzvorräte versteigert. Seit dem Jahre 1824 beleben sie die Märkte, richten sich in

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