Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 5 (1927)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1927)
- Article
- Die Juden in Linz
- Date
- 1927-05-01
- Page
- Seite 323 (sequence 13)
- Language
- German
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DTE JUDEN IN LINZ 82;> standen werden. Die Jahre 1567 und 1568 bringen die kaiserlichen Palente, die wucherlichen Kontrakte betrett'end0). Da so oft und gerne auf die wucherischen Geschäfte der Juden abgehoben wird, so ist es von Interesse, daß solche Wucherverbole. so 1628. 1634 und 1715. ergingen, die von Juden nichts erwähnen. In den Akten des Linzer Stadtgerichtes war es mir nicht möglich, einen einzigen Wucherprozeß gegen einen Juden zu linden, wohl aber einen solchen aus dem Jahre 1642 gegen einen Engelhardt in Wels, der kein Jude war. Das eine kaiserliche General lautet: ..Mehrere Juden nil einkommen zu lassen, auch dass Ihnen allein mit Wahren zu handeln zugelassen. Gelt, aber auf Wucher auss zu leihen verboten seye." (S. I, S. 530 b. Nr. 8); das andere: ..die ernslhalTle Beslratl'ung der Juden wucherliche Conlracte und Darleihung auf der Unterthanen Gründl, Güetter und Eöchssung betr."* (S. I, S. 533, Nr. 50). Wie die Regierung Ferdinands I. so endete auch die Maximilians IL mit einer Ausweisung der Juden. Bereits 1572 erging ein kaiserliches General, die Ausschaltung der Juden belrell'end. (S. I. S. 531, Nr. 18.) 1573 (Februar) wurde auf dem Landtage der kaiserliche Befehl bekannt gemacht, daß alle Juden bis zum Palmsonntage Österreich verlassen sollten, welcher Termin jedoch bis auf Michaeli desselben Jahres ausgedehnt worden ist. (S. L 553, Fink. S. 82.) Die Jahre 1570. 1572 und 1573 brachten Teuerung, Hungersnot und Überschwemmung, dazu der Einfluß des Judenfeind liebsten Papstes Pius V. auf die ganze Christenheil, so daß man glauben darf, die Juden muß lim nicht so sehr aus ihrer eigenen Schuld als vielmehr durch die Ungunst der Zeilen dieses Schicksal erdulden. Daß sie um diese Zeit bereits die Linzer Märkte besuchten und sich vielleicht zeitweise in Linz aufhielten, beweist eine Klage, die eine jüdische Handelsfrau vor dem Linzer Stadtgericht einbrachte. ,,Movses, Judlen zu Pöckingen Eheweib Anna contra Hans Gässler, mitbürgerlicher Iluefschmidt allhier, die Ersetzung der sich bei dem beklagten befundenen und verloren gegangenen Federn betr. Inhalt sladtgerichtl. Abschied! ist der Beklagte von der Klag, weihen der Judt selbst solche mit seinem Schlüssel verwahret, ledig gesprochen, diese auch von dem Stadt Rath zu treffen erkennet, jedoch dem Kläger die weitere Sprich (Ansprüche) bevorgelassen worden.'' (S. IV, S. 390, Nr. 30.) Die Regierung Rudolfs IL (1576 bis 1612) brachte besonders den Juden Böhmens eine freundlichere Zeit, und wir sehen sogleich die eifrigen Bemühungen, sich durch Handel das Bröl zu verdienen, indem die Juden aus "Böhmen und Mähren in beträchtlichem Maße auf den Linzermärkten erscheinen. So bringt 1589 ein Jude Ascher von Eubeschilz gegen Barthlme Protesta und milverwohnle (Genossen) ..wegen Antastung auf der Strassen'* vor dem Linzer Stadtgericht eine Klage ein. Obwohl auch unler Mathias (3. Oktober 1614) und unter Rudolf IL (am 7. Januar 1625) Ausweisungsdekrete ergingen, so scheinen sie doch nicht von katastrophalen Folgen gewesen zu sein. Erst unter Leopold I. erging wieder eine Generalausschall'ung aus dem ganzen Lande am 2. August 1669. Diese, hauptsächlich dem Betreiben der Kaiserin Margaretha, den ungarischen Protestanten und endlich dem Bischof