Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 5 (1927)
- Issue
- Heft 4 (April 1927)
- Article
- Auf dem Hügel
- Date
- 1927-04-01
- Page
- Seite 239 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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AUF DEM HÜGEL 239 Zeichnung von Issachar Byback „Er zog den Gendarmen sanft beiseite, flüsterte ihm etwas zu und winkte freundschaftlich mit dem Auge . . . ." gehen. Mit ausgebreiteten Armen, wie ein fliegender Vogel, kam Scheindel gelaufen: „Breindel, komm doch rascher... der Freier ist da ..Sie packte den Semmeltrog und lief mit ihm auf den Hügel. Der Freier saß am Tisch und wartete. Nacheinander kehrten die Söhne und Schwiegersöhne aus dem Dorfe zurück; abgehärtete, breite, abgerackerte Männer in zerrissenen Kamisolen. Ihre rauhen, eichenen Nacken starrten aus den schmutzigen, aufeinandergezogenen Leibchen hervor. Die schweren, bauchigen, mit Lumpen, Flachs und Knochen gefüllten Säcke ließen die herabhängenden, von Schweiß, Hitze und Staub gehärteten Bärte größer und wie aus Stein gemeißelt erscheinen. Langsam und müde klommen sie den Hügel hinan, plump auftretend in den ausgedörrten, weißen, weiten Stiefeln, die nach fetter Schmiere und sabbatlicher Ruhe lechzten. Sie wußten bereits, daß der Freier in der großen Stube weile, um Breindel zu sehen. Jedesmal kam einer dieser Männer, den Sack auf dem Rücken, an dem Hause vorbei, trat auf den Freier zu, streckte ihm, von sich weg, eine rauhe, sonngebräunte Hand, wie Eichenlohe, entgegen und sagte: „Sch'malejchem..