Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 5 (1927)
- Issue
- Heft 4 (April 1927)
- Article
- Die Weisheit des Rabbiners
- Date
- 1927-04-01
- Page
- Seite 236 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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236 MENORAH „Betrachte sie genauer/' „Ich kann nichts Außergewöhnliches bemerken." „Siehst du, daß diese hier leicht gekerbt ist? Ganz leicht/' „Ja." „Und auf allen betrachte das dal" Der Finger des Rabbiners zeigte einen fast unsichtbaren Punkt, einen dreieckigen, dünnen, sehr zarten Einschnitt auf der Kopfseite der Münze. „Verstehst du?" „Nein." „Diese Marke wird mit einem Stichel in alle Goldmünzen getrieben, die durch die Hände des Goldschmiedes Ephraim ben Saui, unseres Nachbars, gehen. Er hat sie el Fari für leichtere, weniger wertvolle, jüngere und stärker im Umlauf befindliche Münzen eingewechselt." „Und?" „Diese Münzen waren in den Händen eines unserer Brüder in Hammamet, wo Ephraim sie wieder erkannt hat." „Hat das mit der Wahrheit, die ich suche, zu tun?" „Der Mann, der sie an Sedekia verkauft hat, kam von hier. Er hatte Ephraims Sohn angehalten und ihn nach einem Goldschmied in Hammamet, nicht hier, gefragt. Zweifellos wollte er sie hier nicht verkaufen." „Warum?" „Es geschah am Tage, an dem el Fari getötet wurde, und es sind die Münzen el Faris." „Das beweist, daß der Mörder ein Hiesiger ist." „Ja, aber es beweist nicht, daß es Milud oder einer der Seinigen ist. Der Mann, der sie Sedekia gebracht hat, war ein großer, bärtiger Mann im Nomadengewand; er hatte eine kleine Narbe an der Schläfe, die er durch den Turban sorgfältig zu verbergen suchte, aber ein Turban verschiebt sich. Er hat zu gleicher Zeit diese Ringe verkauft." Einer der Ringe schien Lakdar sehr zu verwundern. „Man macht manchmal solche Ringe", flüsterte er. „Zweifellos: ein Topas, ein Goldreif, eine Arabeske auf dem Reifen. Nur versucht man nicht immer, die Arabeske mit dem Messer wegzukratzen." Lakdar war sehr bleich geworden. Er erhob sich. „Du hast Gnade gelobt." „Du weißt, wer der Mörder ist?"