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Menorah · 1927-04-01 · Heft 4 (April 1927) · p. Seite 217

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
5 (1927)
Issue
Heft 4 (April 1927)
Article
Edmond Fleg
Date
1927-04-01
Page
Seite 217 (sequence 2)
Language
German
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EDMOND FLEG 217 Diese jüdische Renaissance, aus dem Pazifismus und der Mystik geboren und sowohl in ihrem Ursprung als auch Gehalt ganz verschieden von dem, was wir als nationaljüdische Bewegung kennen, ist an den Namen Edmond Flegs gebunden. Zwar kann man ihn Schöpfer jener Bewegung kaum nennen, wie es überhaupt schwer ist zu sagen, ob die Welle den Strom oder der Strom die Welle macht, doch ist er jedenfalls einer der ersten, die den geschilderten seelischen Prozeß durchmachten. Und indem er in inspirierten Werken seinen Weg dichterisch festlegte, machte er ihn auch für andere gangbar und sprach das erlösende Wort für dumpfe Gefühle und Überzeugungen einer ganzen leidvollen Generation. So gehört er, der französische Dichter, der jüdischen Geistesgeschichte an, zu deren Erbe er sich stolz bekennt. Vor dem Kriege schrieb Fleg Dramen, die von Liebe und Tod handelten und von dem üblichen französischen Theater sich nur durch ihren tieferen Klang unterschieden. Erst während des Krieges, dessen Schrecken er miterlebte, ging in ihm jene Wandlung vor, die den kultivierten und begabten Dramenautor zu einem Hymnendichter und Prophetenjünger machte. Das „Haus des lieben Gottes", eine anmutige Komödie, die noch während des Krieges entstanden ist, bildet den Übergang von einer Epoche zur anderen. Hier zum erstenmal wird, wenn auch zunächst in leichter Form, ein Thema angeschlagen, das fortab immer stärker und tiefer, in weite Konsequenzen verfolgt, die Dichtungen Flegs beherrscht. Zunächst handelt es sich nur noch um Frieden zwischen den Konfessionen eines Landes, der, während des Krieges proklamiert, nie mehr aufhören soll. Und, was als Ausgangspunkt bemerkenswert ist, keiner von den Religionen wird irgend ein Vorzug vor den anderen zugesprochen. Doch schon das nächste Werk, eine Nachkriegsdichtung, „Psalm des Gelobten Landes" genannt und den geeinigten Nationen gewidmet, zeigt eine veränderte Stellung zum Judentum und einen wesentlichen Fortschritt des Einheitsgedankens, der nun die ganze Welt umspannt. Und auch jene Überzeugung von der messianistischen Mission des jüdischen Volkes, die seit jeher die Synthese zwischen jüdischem Partikularismus und Allmenschheitsidealen abgibt, ist hier schon deutlich ausgesprochen. Wohl ist das jüdische Heim in Palästina, dessen Gründung besungen wird, noch immer ein Asyl für Unglückliche, aber bald steigert sich seine Bedeutung weit darüber hinaus. Seine Verwüstung ist Symbol der zerstörten Welt und die Liebe, die den heimatlichen Boden wieder urbar machen wird, eine Gewähr und ein Anfang derer,

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