Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 5 (1927)
- Issue
- Heft 3 (März 1927)
- Article
- Das jiddische Theater in New York
- Date
- 1927-03-01
- Page
- Seite 182 (sequence 2)
- Language
- German
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182 MENORAH 300,000.000 Dollar produzieren. Auch auf einem anderen Gebiete dominieren die Juden fast vollständig: auf dem des Grundbesitzgeschäftes. In New York werden alljährlich etwa tausend Mietskasernen gebaut was einer Anlage von zirka 60,000.000 Dollar gleichkommt, und dieses enorme Geschäft ist fast ausschließlich in Händen von Juden. Das Baugeschäft wurde hauptsächlich von Amerikanern betrieben, dann nahmen Irländer und Deutsche es auf, heute sind die jüdischen Flüchtlinge aus Rußland an ihre Stelle getreten. In dem kurzen Zeiträume von 25 Jahren haben diese Parias des Zarenreiches von einem ganz erklecklichen Teil von Manhattan Besitz ergriffen. Ihr Vermögen geht in die Hunderte von Millionen. In dem großen jüdischen Viertel besitzen die früheren hungernden Untertanen des Zaren 70 Prozent allen Bodens. Hendrick hebt hervor, daß diese Einwanderer in ganz hervorragendem Maße befähigt seien, amerikanische Bürger zu werden, da ihr Enthusiasmus für Amerika keine Grenzen kenne und da sie die Sitten und Gebräuche der Amerikaner in rapider Weise annehmen. Ausführlich schrieb vor zwei Jahren hierüber G. Cohen in seinem Werke: „The Jews in the Making of Amerika". Seit dem Jahre 1881, mit dem infolge der russischen Judenverfolgungen die große Masseneinwandening östlicher Juden den Anfang genommen hatte, entstanden aber auch große Zentren jüdischer Wissenschaft, Pflegestätten des jüdischen Geistes, jüdisch-theologische Seminarien, Lehranstalten für die Wissenschaft des Judentums, jüdische Bibliotheken und anderes mehr. In New York gibt es neben einer großen Anzahl jüdischer Wochen-. Monats-, Zweimonats- und Vierteljnhrsschriften in Englisch, Jiddisch. Hebräisch und Spaniolisch sieben große täglich erscheinende Blätter in Jiddisch mit einer Auflage bis zu 223.000 Exemplaren. Ihre Herausgeber wissen sehr wohl, daß die Kinder ihrer Leser nicht mehr ihre jiddischen Zeitungen, sondern den „American Hebrew", den „Hebrew Standard" und den ,,Jewish Messenger" — um hier bloß die wichtigsten drei New Yorker Blätter zu nennen — lesen werden; sie bereiten selbst die Zeit vor, in der die russischen, rumänischen und polnischen Juden ihren Dialekt gegen die Sprache Shakespeares vertauschen und aus Parias amerikanische Vollbürger werden müssen. Der ,,Vorwärts", eines dieser Blätter der Ostseite, ist gegenwärtig die verbreiletsle sozialistische Zeitung der Welt. Der Palast, in dem er residiert, läßt nicht ahnen, daß er erst vor 26 Jahren von Ahr. Cahan im Verein mit ein paar Gleichgesinnten gegründet worden ist. Noch heute bezieht dieser Idealist einen Gehalt tief unter dem des kleinsten New Yorker Lokalredakteurs. Alles