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Menorah · 1927-03-01 · Heft 3 (März 1927) · p. 181

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
5 (1927)
Issue
Heft 3 (März 1927)
Article
Das jiddische Theater in New York
Date
1927-03-01
Page
181 (sequence 1)
Language
German
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Das jiddische Theater in New York Von Dr. Max Grunwald Vor f,j Jahren (1876—1926) wurde das erste ständige jiddische Theater bfgründel Ein amerikanischer Essayist, Burton J. Hendrick, der namentlich durch sein Werk: „Die Geschichte der Lebensversicherungen" und durch andere volkswirtschaftliche Arbeiten bekannt geworden ist, hat vor Jahren in Mc. Clures „Magazine" unter dem Titel: „Die große jüdische Invasion" einen längeren Artikel erscheinen lassen, in dem er „den Übergang eines äußerst energischen Volkes von Armut zu Wohlstand, von Mangel an weltlichem Wissen zur Bildung und von Getretenheit zu politischer Unabhängigkeit schildert. Der Einfluß der aus den östlichen Ländern Europas in New York zusammenströmenden Juden und die Einwirkung dieses neuen Bevölkerungselementes auf die eigentümlich komplizierte amerikanische Zivilisation bilden eines der interessantesten Probleme, die New York zu lösen hat. Die New Yorker jüdische Gemeinde wTurde 1655 gegründet; 27 portugiesische Juden hatten dort ein dürftiges Asyl gefunden. Heute beträgt diese Gemeinde 800.000 Seelen. Sie bedeutet das größte aller jüdischen Gemeindewesen, die zu irgend einer Zeit an einer Stelle vereinigt waren. Selbst, auf dem Höhepunkte seiner Entwicklung hatte Jerusalem nie mehr als den sechsten Teil der genannten Bevölkerungsziffer aufzuweisen." (1920 schätzte man die Juden New Yorks auf 1,643.012 Seelen.) Vor Beginn der großen russisch-jüdischen Völkerwanderung, im Anhing der Achtzigerjahre, zählte man in New York kaum 50.000 Juden. Die Verfolgungen, denen die Juden seit damals in Rußland ausgesetzt waren, haben das Riesenghetto der Ostseile um Hunderttausende anschwellen lassen. Diese Elemente haben die „europäisierten" Glaubensgenossen allmählich verdrängt. Wie Hendrick ausdrücklich betont, „gehören diese Einwanderer zu den besten Bürgern der Vereinigten Staaten*', denn sie widmen sich nur zum verschwindend geringen Teile der Geldwechslerei, Kramerei usw., „sondern machen sich als Fabrikanten und Arbeiter, somit als Produzenten von wirklich volkswirtschaftlichem Werte außerordentlich nützlich". Die New Yorker Juden haben in einer großen Anzahl von Industrien festen Fuß gefaßt: als Zigarrenarbeiter, Arbeiter in chirurgischen Instrumenten, Lampen. Eisenwaren, geschliffenem Glas, Palentmedizinen, Lederwaren, Möbeln, Wagen, Sattelzeug usw. Die größte Industrie New Yorks, das Kleidergeschäft, haben sie gänzlich monopolisiert. Es sind nicht weniger als 175.000 jüdische Arbeiter darin beschäftigt, die alljährlich Werte von

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