Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 5 (1927)
- Issue
- Heft 3 (März 1927)
- Article
- Auf dem Hügel
- Date
- 1927-03-01
- Page
- Seite 176 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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176 MENORAH Aber Schmiel-Jossje stellte sich unwissend, sollen sie plappern die Weiber... Was schert ihn das? ... Kostet es ihm was? Er behaute den Klotz und hieb auf ihn mit der scharfen Hacke ein, die jedesmal in der heißen Sommersonne auf glitzerte. Die Weiber sprachen ihm zu, aber Schmiel-Jossje blieb hartnäckig und wollte justament nicht in die Stube gehen, um den Freier zu mustern. „Einen wüsten, dunklen Traum über meiner Feinde Kopf, über meiner Feinde Hände und Füße, über meiner Feinde Leib und Leben ... Pfui... Was soll man sagen zu so einem Vater?.. .", knatterte es aus Scheindales Mund. Die Hände auf den Hüften, stand sie und fluchte, erhitzt von Festlichkeit.. . „Hat man schon so was gesehn? .. Schmiel-Jossje schwieg wie gewöhnlich. Schwieg hartnäckig. Unerwartet jedoch bückte er sich plötzlich, steckte die Hacke unter den Arm, sah die Weiber zornig von der Seite an, als wenn er sie erdrosseln wollte und brummte in sich hinein: „Uh ... uh .. . Weiber, Kühe.. . Kühe, die ihr seid ... Was wollt ihr von mir... Tfu..." Und er begab sich in die Stube, um den Freier zu sehen. Eine Weile hielt er inne und musterte ihn mit einem halben Auge von der Seite. Dann schüttelte er den Kopf und trat langsam hinzu, die Hand ein wenig vor sich hinstreckend: „Sch'malejchem ..." „Sch'male j ehem.'' „Woher bist du, woher? ..." fragte Schmiel-Jossje mit seiner weinerlich-gedämpften Stimme und sah weg. „Aus Koslew", entgegnete der Freier. „Aus Koslew?" „Aus Koslew." „Nun, was hast du denn für Beschäftigung, was? ..." „Ein deutscher Bäcker ..." „Was denn, was? . .." fragte Schmiel-Jossje, das Ohr vorhaltend, damit er besser höre. „Was bist du, ein Bäckergeselle bist du... ha? Ein Bäckergeselle?" Schmiel-Jossje wußte bereits, was ein Bäckergeselle ist. Einst pflegte so ein bleicher, ausgemergelter Taugenichts mit krummen Beinen durch das Städtchen zu wandern. Die Hände in den Taschen der zerlumpten, mehligen Hosen, an denen vertrockneter Teig klebte, kam er auf den Hügel und bat ein Almosen. Die alte Sureh gab ihm