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Menorah · 1927-03-01 · Heft 3 (März 1927) · p. Seite 151

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
5 (1927)
Issue
Heft 3 (März 1927)
Article
Die "Judenpresse" in Wien 1848
Date
1927-03-01
Page
Seite 151 (sequence 9)
Language
German
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DIE JUDENPRESSE IN WIEN 1848 151 lediglich jüdische Interessen verteidigte und dessen Einfluß demgemäß beschränkt war, erwähnt werden, das „Österreichische Zentralorgan für Glaubensfreiheit der Juden". Dieses Blatt hatte ausgezeichnete Mitarbeiter: Mannheimer, Leopold Kompert, Simon Szanto, den aufstrebenden Schriftsteller und glühenden Revolutionär Simon Deutsch und andere. Das „Zentralorgan" vereinigte die Gravamina der Juden im ganzen Reiche und diente somit für die Regierenden als Spiegel der jüdischen Leiden und Wünsche. VV ir sind nun mit den irgendwie bedeutsamen Presseerzeugnissen der Revolutionszeit fertig, deren Herausgeber, Redakteure oder Mitarbeiter Juden waren. — Zu welchem Ergebnisse in der Beurteilung gelangt nun der objektive Beobachter? Zum Ergebnis jedenfalls, daß der Vorwurf, die Revolutionspresse des Jahres 1848 sei eine „Judenpresse" schlechtweg, durchaus nicht den Tatsachen entspricht. Denn, wie bereits erwähnt, zählt Helfert die Kleinigkeit von 711 Blättern und Blättchen auf. Kommen da die paar Judenblätter — unter Judenblättern selbst solche verstanden, deren Mitarbeiter bloß Juden waren — so groß ihre Zahl und ihr Eifer auch war, gegen die Flut der nichtjüdischen Blätter auf? Und nun vollends hat die Identifizierung der Schandpresse mit Judenpresse, die Gleichstellung dieser beiden Begriffe, einen Schein der Berechtigung? Hören wir das Zeugnis Zenkers: „Der Vorwurf gegen die »korrupte jüdische Schandpresse' ist zu linkisch... Ebersberg und Weiß waren schon käufliche, korrupte Journalisten, als die Juden in Österreich noch lange nicht emanzipiert waren22)." Ebersberg und Weiß waren arge Judenfeinde. Zu diesen gesellte sich noch ein anderer Judenhetzer, I. F. Böhringer, über den das Urteil womöglich noch schlimmer lautet. Böhringer nannte sein Blatt „Die Geißel", das „Tagblatt aller Tagblätter". Smets bezeichnet es als das „Schandblatt aller Schandblätter" und schreibt über diese Zeitung weiter: „Ihre Tendenz war: der Reaktion eine Gasse zu bahnen, aber nur dadurch, daß sie stinkigsten und giftigsten Unflat hineinschmiß und demzufolge jeden Anständigen hinaustrieb. Ihre Gesinnung und Sprache standen auf gleichem Niveau: der Gemeinheit23)." Auf gleicher Höhe, richtiger Tiefe, standen auch J. Qu. Endlichs, eines grimmen Judenhassers, Blatt „Schild und Schwert" und die übrigen Ausstrahlungen seines „glänzenden" Geistes, seine galligen Flugschriften. Folgende Charakteristik dieses schmähsüchtigen, den Charakter eines Pasquills tragenden Journälchens findet sich bei Zenker: „J. Qu. Endlich nebst Sebastian Brunner, dem Vater des

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