Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 5 (1927)
- Issue
- Heft 3 (März 1927)
- Article
- Die "Judenpresse" in Wien 1848
- Date
- 1927-03-01
- Page
- 149 (sequence 7)
- Language
- German
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■DER RADIKALE, m 3*itun0 für ftitg 3nimft vhiölmtiX 93arttnttDCTllt*fr öictöftnir imb söcrltßer: Dr. SH. 3. Sedier. OTitnfcofttur: £ißmuiit> Äotifdj. iBiurWUm Ä. <?b. »aafrnfcfetnto, I)». 3. W. S5fTfl*r, (2. iTreff*, Di. &. Tirana, Dr. $*rm. Rronrfel, R. CSrrtnnr, Dr SJf. »it&, (TN OTautrur, 3ofc. Kcrttaann, Dr. Si. Xcnfrnan, Ur. <Praft »iolont, 3o(i. IBnflnrr s. f. a. Jl? 12. Wim, jaonlofl ittt 3. 3uli. 1S48,~ Titelkopf der Tageszeitung „Der Radikale" Gedicht: „A la lanterne", zwei Tage vor der Ermordung des Kriegsministers Grafen Latour. Im allgemeinen kann man jedoch mit S. Mayer übereinstimmen, daß unter allen Zeitungen, die am gleichen Strange zogen, der „Studentencourier'* noch lange nicht die ärgste war17). Zu den sogenannten Judenblättern radikaler Färbung gehören noch der etwas verfängliche „Ohnehose" Heinrich Blumbergs, ein bedeutungsloses Blatt, das viel Lärm machte und nicht reüssierte, August Silbersteins kurzlebiges Witzblatt „Satan" — Silberstein gehörte auch der Redaktion des „Österreichischen Demokraten" an und wurde dann ein fleißiger Mitarbeiter des „Studentencouriers", — und die „Nationalzeitung" unter der Redaktion von W. Ehrlich und Adolf Gheizes. Cheizes schrieb und bot selbst seine Zeitung feil, mit der er nicht viel Glück hatte. Als Arbeiterführer hatte Cheizes, den Professor Srbik den Marat der Wiener Bewegung nennt, einen Cagliostro der Politik, einen Meister der Schlagworte, der Organisation und Disziplinierung von Proletariern18), entschieden mehr Einfluß. IMun kommen wir zu den Blättern, welche die reißende revolutionäre Strömung verlassen haben und die im gemäßigten, wohltemperierten Fahrwasser gemütlich plätscherten. Hieher gehört die „Österreichisch-Deutsche Zeitung", deren Redakteur Dr. Heinrich Low war, der spätere Begründer des ersten Sanatoriums in Wien, aus dem dann sein Sohn das berühmte Sanatorium Low schuf. Low kündigte erst eine „Gonstitutionelle Judenzeitung" an, gab aber an deren Stelle die eben erwähnte „Österreichisch-Deutsche Zeitung" heraus, deren Mitarbeiter ebenfalls Dr. Hermann Jellinek war. Irgend welche Bedeutung hat dieses Blatt nicht erlangt, vielleicht deswegen, weil es sich an seiner Anständigkeit allein genügen ließ und nicht das hohe Roß hohler, aber tönender Phrasen und Schlagworte ritt. Die Kunst, „über alle möglichen Zustände und Verhältnisse mit glatten Phrasen hinüberzuschlüpfen"19), besaß jedoch, nach Smets, der