Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 5 (1927)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1927)
- Article
- Eine illustrierte deutsche Machsorhandschrift in Breslau
- Date
- 1927-02-01
- Page
- Seite 90 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/2912821-2912866-2912869-2919050--04359-2919148- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
90 MENORAH die vier Gestalten der Vision Ezechiels, links von oben nach unten Adler und Stier, rechts ebenso Mensch und Löwe, sämtlich geflügelt, auf goldenem Grunde. Das Scheitelmedaillon enthält auf blauem Sternengrunde den leeren göttlichen Thron12). Die in ihrer Kleinheit zur Öffnung in keinem Verhältnis stehenden Türflügel sind ganz aus Gold und nach außen geöffnet. Unterhalb des Bogens zieht sich von einem Pfosten zum anderen ein blaues breites Band quer hinüber, das in Goldschrift das Wort n>*t^ enthält. Im Bogenfeld befinden sich zwei Drachen, im blauen Bande ein Löwe, ein Fuchs (oder Eichhörnchen?) und ein Fabeltier13). Ein ähnliches, ebenfalls die ganze Seite einnehmendes Portal, dessen Torflügel aber fortgelassen sind, befindet sich fol. 221 b (Abb. 4) am Beginn des "jonp" des Neilagebetes. Die beiden Pfosten ruhen diesmal in geöffneten Löwenrachen. Die Schweife beider Löwen hält ein aufrecht gehender AfTe. Die Säulenschäfte enthalten unten je einen Menschen mit Wappenschild, rechts drei Halbmonde, links drei Sterne14), darüber je ein Fabelwesen mit bärtigem Menschenkopf. Die Bogenleibung erhebt sich auf romanischen Kapitälen mit goldenen Kämpfern; über diesen befinden sich Medaillons, die ganz gleichmäßig ausgeführte Reiter auf Goldgrund enthalten. Rechts ist Rüstung und Pferd rot, links blau. Im Bogenfeld dreht sich ein goldenes Rad mit blauem Rande, violetten Speichen und blauer Nabe im Uhrzeigersinne. Auf ihm befinden sich vier Tiere, die die Drehung mitmachen. Ihre Identifizierung ist nicht vollkommen möglich. Darunter steht in voller lichter Breite des Tores zwischen den Kapitälen (Tjm *]2H^ weiter unten das Wort LyV>n, ebenfalls in voller lichter Breite. In der Farbengebung fällt besonders auf, daß die paarweise symmetrisch vorkommenden Gestalten zweifarbig mit gleichen Farben gemalt sind, doch so, daß die Gestalten der einen Seite immer gerade diejenige Farbe an einer Stelle haben, die die entsprechende Gestalt der anderen Seite an dieser Stelle nicht trägt, und umgekehrt, zum Beispiel auf der einen Seite lila Kopf und blaue Flügel, auf der anderen blauer Kopf und lila Flügel. Fol. 264 a ff. Am Rande des Pijuts ptf nna»„ der zum Regengebet am Schluß fest gehört, befinden sich in zweifarbig geränderten Medaillons die Bilder des Tierkreises15) zu den entsprechenden Gebetsstellen, also 264 a Widder, 264 b Stier, Zwillinge (Goldgrund), Krebs, 265 a Löwe, Jungfrau (Goldgrund), 265b Wage, Skorpion (Goldgrund), 266a Bogen, Steinbock (letzterer an dem genau gegenüberliegenden Skorpion stark abgerieben), 286b Eimer am Brunnenseil, Fische in silbernem