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Menorah · 1927-02-01 · Heft 2 (Februar 1927) · p. Seite 91

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
5 (1927)
Issue
Heft 2 (Februar 1927)
Article
Eine illustrierte deutsche Machsorhandschrift in Breslau
Date
1927-02-01
Page
Seite 91 (sequence 7)
Language
German
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EINE DEUTSCHE MAGHSORHANDSCHRIFT 91 Wasser. Soweit nichts anderes bemerkt ist, ist der Grund der Medaillons blau oder rot Die Handschrift ist, wenigstens was die Malereien anlangt, weniger von künstlerischem Wert als kunstgeschichtlich interessant. Denn abgesehen davon, daß das ikonographische Material des Malers Punkt für Punkt mit Parallelen belegt werden konnte, ist die Ausführung nirgends besonders originell. Trotzdem wird man aus solchen Denkmälern erschließen können, was als Motiv für die Ausmalung besonders beliebt war. Dagegen ist die kalligraphische Leistung Gegenstand ungetrübten künstlerischen Genusses. Auch darf der dekorative Wert der beiden Portale hervorgehoben werden. Daß der Maler ein Jude, vielleicht der Schreiber selber war, ist nach den Nachweisen Kaufmanns16) im allgemeinen von vornherein anzunehmen. Die Barhäuptigkeit Abrahams und Isaaks ist wohl kein Gegengrund. *) Zur Geschichte der jüdischen Handschriften-Illustration. Gesammelte Schriften, III, 173—228 2) D. H. Müller und J. v. Schlosser, Die Haggadah von Sarajevo. Wien 1898. Texthand und Tafelband. 8) A. a. 0.173 f. und 190 Anm. 1. Hier fehlt z. B. auch das Breslauer Machsor. *) A. a. 0.174 &) Zur Geschichte der Kunst in den Synagogen. Ges. Sehr. I, 87—103, und der bereits zitierte Aufsatz. 6) Für den liturgischen Inhalt vgl. im einzelnen Ph. de Haas, Beschreibung der Breslauer deutschen Machzorhandschriften nebst Edition der bisher ungedruckten Stücke mit Übersetzung und^Erklärung. Straßburg, phil. Diss. 1906. Im Druck liegt nur Teil 2 vor: tingedruckte Stücke aus den Breslauer deutschen Machzorhandschriften mit Übersetzung und Erklärung. Breslau 1906. Mein verehrter Lehrer, Herr Landrabbiner Dr. de Haas-Oldenburg, hat mir auch den ungedruckten Teil seiner Arbeit freundlichst zur Einsichtnahme überlassen, wofür ihm herzlichst gedankt sei. Zugleich sei auch der Verwaltung der Staats- und Universitäts-Bibliothek Breslau der Dank des Verfassers ausgesprochen. 7) Machsor heißt ja eigentlich „Turnus*; die älteren Machsorim sind dementsprechend Gebetsordnungen für das ganze Jahr, nicht nur, wie heute, für die Festtage. 8) So wenig wurde also das Bilderverbot des Rabbis selbst von seinen eigenen Schülern geachtet! Zum Verbot vgl. Kaufmann, Ges. Sehr. I, 94", III, 186 und die daselbst zitierte Tosafot-Steile zu Joma 54 a. Zu der Datierung passen auch die weiter unten beschriebenen Architekturformen der Malereien. 9) Siehe die Kopfabbildung Seite 21 im Textbande der „Haggadah von Sarajevo" Oi^ft) und dazu Seite 45, aus der hervorgeht, daß die Initialen *p*tl *pSSiT »"besonders reich verziert" sein sollen; leider sind sie — warum? — nicht mit abgebildet. 10) Anderes Beispiel Kaufmann III, 203. Abbildungen in der „Haggadah von Sarajevo", Tafelband, fol. 7 und 8. u) Über Portale in der Handschriftenmalerei vgl. Kaufmann, Ges. Sehr. I, 101. l2) Vgl. hierzu Kaufmann I, 88. Das „streng verpönte und überall ausgeschlossene menschliche Antlitz" bezieht sich natürlich auf Ez 1, 26. 18) Über die Verwendung von Fabelwesen in der jüdischen Malerei siehe Kaufmann an vielen Stellen seiner bezüglichen Arbeiten in Ges. Sehr. I und III, besonders III, 202 und 203f. u) Kaufmann III, 205. «) Kaufmann III, 191. Abbildungen „Haggadah von Sarajevo", Textband, Tafel IX, XV. 1G) Zur Geschichte der jüdischen Handschriften-Illustration II. (Ges. Sehr. III, 213ff.). (Abgeschlossen 1924.)

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