Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 5 (1927)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1927)
- Article
- Eine illustrierte deutsche Machsorhandschrift in Breslau
- Date
- 1927-02-01
- Page
- Seite 88 (sequence 4)
- Language
- German
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88 MENORAH benen Worten, deren jedes ein enthält9), zum Beispiel fol. 21b (rntt>S U^y) gegenüber 22 a (wnuK VtSki UVtSk), oder (derselbe Text) fol. 162 b—163 a, wo die Drachenköpfe allerdings nur auf der zweiten Seite erscheinen. Das schönste Beispiel dieser Art ist fol. 198 a (Abb. 1): SStttt Skö«»ö *wüji bhnn pü^ S*«*ö „Michael singt Lob von rechts, und Gabriel preist (Gott) von links." Die Namen beider Engel stehen untereinander. Der Drachenkopf des unteren reicht so hoch, daß sich die Hälse beider überschneiden und beide sich gegenseitig anzureden scheinen, eine feine Benützung des zugehörigen Textes. Hervorzuhebende Worte werden oft zu wahren Schriftgemälden ausgestaltet. In die Buchstaben werden geometrische Figuren eingezeichnet und mit schwarzer und roter Farbe herrlich ausgemalt. Hervorragende Beispiele sind die Worte mm: THS *]Sö fol. 1 b, (pT "pu*) SxS fol. 8 b, CSDt^ön -[So fol. 9 a, *p£Kö pö« fol. 34 b, die Köpfe der fol. 58 b und 59 a (fl^ma und fiSSna), die einander gegenüberstehen, der Beginn der Kol nidre, fol. 70 b, die Worte pn inxwi ("ptt\s) fol. 96 b, (rrö"K pö^O jpiip fol. 148 b. Die Ausmalung der Handschrift ist offenbar nicht vollendet. Allmählich macht sich starke Abnahme der Verwendung von Rot bemerkbar, und zwar an allen Stellen, die nach Ausweis der Vorzeichnung für die rote Farbe bestimmt waren. Von fol. 230 a an findet sich bereits kein roter Strich mehr. Die Bilder dagegen sind dem zugrunde liegenden Plan gemäß vollständig ausgeführt. Es handelt sich im ganzen um vier. Fol. 46 b (Abb. 2) ist in den Silluq des zweiten Neujahrstages die Opferung Isaaks10) gemalt. Die Szene, die etwa das untere Drittel der Seite ausfüllt, stellt den Gipfel des Berges Morija dar und wird durch die Scheitellinie des als Silhouette erscheinenden Berges in eine obere und eine untere Hälfte geteilt. Den nicht eingezeichneten Weg muß man sich in einer Windung hinaufführend denken. Der Berggipfel, der drei Ausbuchtungen nach oben zeigt und als Hintergrund der unteren Bildhälfte dient, gibt für sie einen grünen, jetzt fast völlig abgeriebenen Fond ab. Die Figuren bewegen sich hier von rechts nach links. Oben ist natürlich der Himmel selbst der Hintergrund, also — sehr gut erhaltener — Goldfond. Es sind im oberen Teil zwei Szenen dargestellt, die sich nun logischerweise von links nach rechts folgen. In dieser Richtung gehen auch die Figuren. Das ganze ist also eine völlig einheitliche Komposition, und zwar eine Erzählung in Form von Zusammenfassung mehrerer Szenen, wie dies im Mittelalter sehr üblich war. Unten geht ein Esel mit einem Korb voll Holz auf dem Rücken,