Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 5 (1927)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1927)
- Article
- Eine illustrierte deutsche Machsorhandschrift in Breslau
- Date
- 1927-02-01
- Page
- 87 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Abb. 1. AUS EINER DEUTSCHEN MACHSORHANDSCHRIFT IN BRESLAU Fehlende kann in keinem Falle eine ganze Lage ausgemacht haben. Der Band enthält sämtliche Festtage des Monats Tischri nebst den Gebeten für Sabbat Bereschit, Neumonds-und Hochzeitssabbat. Zu datieren ist er auf die Wende vom 13. zum 14. Jahrhundert, da der ungenannte Schreiber fol. 130 b R. M e i r von Rothenburg als seinen Lehrer bezeichnet8). Die Beschreibung beschränkt sich im folgenden auf das kunstgeschichtlich Belangvolle. Die Schrift ist eine große, schöne deutsche Quadratschrift. Der Schreiber hat sich sehr bemüht, die einzelnen Seiten zu Schriftbildern von geschlossenem, ebenmäßigem Charakter zu gestalten, wozu er bei den vielen Pijutim mit ihrer strophischen Gliederung gute Gelegenheit hatte, vgl. zum Beispiel fol. 101 ff. Besonders Stücke mit Kehrreimen sind oft Kunstwerke von Anordnung. Häufig rundete er auch zwei einander gegenüberliegende Seiten zu einem Ganzen ab. Von der roten Farbe ist in der Schrift reichlicher Gebrauch gemacht; neben der Ausmalung von Initialen und Anfangsworten dient sie besonders zur Hervorhebung alphabetischer und anderer Akrosticha, was für das Gesamtbild einer Seite ein weiteres Gliederungsmoment bedeutet. Ausgesuchte Sorgfalt wendet der Schreiber dem Buchstaben zu, den er bei jeder passenden Gelegenheit nach oben in einen Drachenkopf auslaufen läßt. Oft beginnt er eine Seite mit zwei groß geschrie-