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Menorah · 1927-01-01 · Heft 1 (Januar 1927) · p. Seite 69

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
5 (1927)
Issue
Heft 1 (Januar 1927)
Article
Kunstaffären
Date
1927-01-01
Page
Seite 69 (sequence 5)
Language
German
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KUNSTAFFÄREN 69 Allerdings hätten auch diese schon ihre Organisation haben müssen. Ich weiß nicht, wie sie am wirksamsten zu etablieren ist. Aber ich weiß, daß die bisherige selbstgewollte Isolierung des palästinensischen Verbandes auch für ihn nicht eine Stärkung, sondern weit eher eine Verminderung seines Einflusses bedeutet. Nur wenn es ihm gelingt, die prominentesten jüdischen Künstler aus den verschiedensten Gegenden der Kuliurwelt als werktätige Mitglieder heranzuziehen, wird er die Rückendeckung haben, die er braucht. Darüber haben wir unsere Ansicht schon bei seiner letzten Wiener Tagung anläßlich des Zionislenkongresses vorgebracht. Und haben damals auch betont, daß mit der Form der Vergebung neuer Bauten das Schicksal unserer Architektur im heiligen Lande steht und fällt. Was immer zur Ausführung kommen soll, müsse durch einen öffentlichen allgemeinen Wettbewerb erledigt werden. Aber seine Fassung müsse auch jenem Statut entsprechen, das nach langen schwierigen Kämpfen als wertvolle soziale Errungenschaft des Standes überall anerkannt ist. Sonst sei die Balkanisierung sicher zu erwarten. Der Fall der Universität in Jerusalem hat leider jedermann die Augen darüber geöffnet, daß der Balkan in Palästina weitesten Boden gewonnen hat. Nachdem — abgesehen von dem wenigen halbwegs oder völlig Guten — der Privatbau die übelsten Kolonislenpraktiken mitgemacht, ist jetzt auch in das öffentliche Bauwesen, das doch gerade hier mit dem besten Beispiel hätte vorangehen müssen, eine gefahrvolle Bresche gelegt. Denn die Universität des Herrn Geddes mag noch so respektabel werden, — grundsätzlich bedeutet sie eine Verpfuschung der künstlerischen Verhältnisse und eine Verleugnung ihrer vitalsten Ansprüche auf Reinlichkeit und Ordnung. Daß es nach einem Menschenalter Zionismus dahin gekommen ist, daß nach einem Menschenalter mannigfachster moderner Aktivität die Kunst, voran ihr lebenswichtigster Zweig, nämlich die Architektur, im Programm des Aufbaues von Erez Israel keinen Platz gefunden hat, sondern nach wie vor in rückständigster, hallloser Weise behandelt wird, daran trägt letzten Endes die Mentalität der nationalen Verwaltung den größten Teil der Schuld. Sie hat die Propaganda ihrer Idee bis zur Virtuosität entwickelt, hat auf vielen Wegen die Probleme der Siedlung und Wirtschaft experimentell zu lösen unternommen, aber die Angelegenheiten der bildenden Kunst hat sie je später je mehr bagatellisiert und dem Dilettantismus preisgegeben. Unter ihrer Patronanz oder Duldung ist das Handwerk bis auf die schleuderhaften ,,Söhne Bezalels", die Malerei bis auf Abel Pann herabgekommen,

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