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Menorah · 1927-01-01 · Heft 1 (Januar 1927) · p. Seite 67

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
5 (1927)
Issue
Heft 1 (Januar 1927)
Article
Kunstaffären
Date
1927-01-01
Page
Seite 67 (sequence 3)
Language
German
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K U N S T A F F Ä R E N 67 nünftig und brauchbar vereinigt und — wenn es hoch gehl — zu einer repräsentablen oder gar monumentalen Wirkung gebracht werden. Untersucht man diese Aufgabe nach ihren Bestandteilen, dann wird man zugeben müssen, daß sie von jedem echten Baumeister der Gegenwart, einerlei welcher Herkunft, gut und stark erledigt werden könnte, Überdies wäre es gefährlich und ist nach unserem Dafürhalten auch unstatthaft, eine Frage der profanen Kunst auf konfessionelle Weise behandeln zu wollen. Denn wir fordern auch für uns auf allen Arbeitsplätzen unbeschränkte Teilnahme und nur weil sie unseren Künstlern einigermaßen gewährt wird, hat ihre Kunst den wellbürgerlichen, weltgültigen Charakter erreichen können. Freilich die Universität in Jerusalem ist keine konfessionelle, sie ist eine nationale Angelegenheit. Und das ändert die Sachlage. Oder weiß jemand auch nur ein Beispiel zu nennen, daß ein Volk für ein Denkmal seiner Unabhängigkeit sich den Künstler aus einer anderen Volksgemeinschaft geholt hätte, die Engländer einen Franzosen und die Franzosen einen Deutschen? Als ich unlängst irgendwo im Westen war, erzählte mir ein Architekt die Geschichte eines neuen Theaterprojektes. Der —■■ private! — Unternehmer hatte eine Zeitlang zwei einheimische Künstler mit seinem Auftrag beschäftigt, ohne mit ihnen ins Reine kommen zu können. Darum wandte er sich zuletzt an einen ausländischen Meister. Das war, vielleicht auch moralisch, sein gutes Recht, er befand sich in einer prekären Situation und es ging um ein, um sein Theater. Trotzdem hat die dort heimische Künstlerschaft Maßnahmen angekündigt, um noch in letzter Stunde zu verhindern, daß eine Aufgabe, die sie für national hält, von anderer Seite, im anderen Geist verwirklicht werde. So geschehen in einem Kulturland Europas, das seit Jahrhunderten ein Hort jeder Freizügigkeit ist, zur selben Zeit, als man im jüdischen Palästina — ohne Not und nicht für ein Theater — jenen Akt der Selbstentäußernng vollzogen hat. Merkwürdig! Man hat uns immer gelehrt, daß der schrankenlose Kosmopolitismus eine böse Folge des Golus, ihre schlimmste Frucht die Assimilation sei. Und die uns das am eindringlichsten gelehrt haben, waren die Träger unserer nationalen Bewegung. Aber als sie selbst zum erstenmal von der Baukunst größten Formates auf die Probe gestellt wurden, haben sie die Kosmopoliten von gestern nur noch überboten. Trotz alledem wollen wir auch in dem vorliegenden Fall dem Grundsätze treu bleiben: Der Kunst ihre Freiheit! Mögen hier noch so viele berechtigte Gefühle mitspielen, welche nur die Frivolen für überlebte Sentimentalitäten halten und mit einem Achselzucken von

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