Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 5 (1927)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1927)
- Article
- Der Anteil der Juden an der Musikentwicklung in Rußland
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 55 (sequence 3)
- Language
- German
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ANTEIL DER JUDEN AN DER MUSIKENTWICKLUNG 55 ster Zeit wieder Stimmen laut werden, die zu einer Rubinstein- Renaissance den Leitruf aussenden. Es wäre das übrigens ein Vorgang, der sicli ähnlichen Urteilsverschiebungen der letzten Gegenwart nur organisch angliedern würde. Eine Zeit, die wieder zu Gesang und Tanz als Urquell aller Musik zurückkehrt, das Seelenhafte vor dem Architektonischen, Verdi vor Wagner hervorholt, sogar Meyerbeer wieder zu Ehren bringt, muß auch Rubinsteins „singende" Klaviermusik, die sehnsuchtsvolle Sinnenhaftigkeit seiner Lieder, seine stets in Tanz und Tänzerisches mündenden Bühnenwerke neu erfühlen lernen. Übrigens geht es auch, was den „Virtuosen" betrifft, nicht gut an. Wirkungen, wie die in seinem Falle verbürgten — noch heute können Solche, die sie miterlebt, nur in Tönen sichtbarer Erschütterung davon berichten — mit dem irreführenden Schlagwort „reproduktiver" Leistungen abtun zu wollen. Solche Reproduktion ist erstens selbst schöpferisch und ohne mitvorhandene produktive Potenz auch nie anzutreffen. Ja, es scheint beinahe, als wäre der so seltene Fall reproduktiver Geniewirkungen in der Musik nur dann erreicht worden, wenn eine zum Schöpfer bestimmte Persönlichkeil durch den Zwang äußerer Zufälle