Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 5 (1927)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1927)
- Article
- Der Kampf um das Profanjudentum
- Date
- 1927-01-01
- Page
- 19 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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J. B. Levinsohn M. L. Abrahamowitsch den westlichen Vorbildern entlehnt. Der Effekt waren die auf den russischen Minister Uwarow zurückgehenden Schulreformpläne, die Einführung der Kronschulen (um 1840), die Propaganda des aus Deutschland berufenen, in jüdischem Wissen und in der Kenntnis des jüdischen Wesens im Osten geradezu hervorragend unbewanderten Dr. Max Lilienthal für die von der Regierung vorbereitete „Reform" des Judentums und schließlich der Zusammenbruch aller Hoffnungen der Aufklärer, die erkannten, daß die Regierung, mit deren Hilfe sie das Judentum in Rußland und Polen glücklichen Zeiten entgegenzuführen gehofft hatten, mit ihrer Unterstützung der „Reform" ganz andere Ziele verfolgte: die Vernichtung des Judentums im Sinne der gewaltsamen Russifizierungstendenzen, mit denen der Zarismus als Groß Staat arbeiten mußte. In diesen äußerlichen Ergebnissen aber waren die Grundlagen gegeben für den Kampf, der sich weiterhin entwickelte. Die Orthodoxie hatte mit sicherem Instinkt die Wirksamkeit der Aufklärer als gefährlich für die jüdische Tradition angesehen und ihre Stellung demgemäß eingerichtet. Aber auch die jüdische Masse empfand die Reformversuche als etwas Fremdes, dessen Träger einerseits die russische Regierung, anderseits eine kleine Zahl von Juden waren, die irgendwie der jüdischen Gesamtheit, ihrem Leben und Leiden, fernstanden. Denn es war das charakteristische Moment in den ersten Stadien der jüdischen Aufklärung in Rußland und Polen, daß sie hauptsächlich von den Elementen praktisch betrieben wurde, die durch ihre enge Beziehung zum wirtschaftlichen und sozialen Leben der