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Menorah · 1926-12-01 · Heft 12 (Dezember 1926) · p. Seite 700

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
4 (1926)
Issue
Heft 12 (Dezember 1926)
Article
Der Traumsiedler
Date
1926-12-01
Page
Seite 700 (sequence 6)
Language
German
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700 MENORAH ständnis zu machen. Wenn es doch schon da wäre! Auf einen Schlag wird das Leben anders. Alles beschleunigt sich. Ein starker Riese hilft mir beim Feldbau. Wie ich ihn schon jetzt liebe! Und ich frage zuweilen beklommen, ob wir uns denn verstehen werden? Ob ich ihn werde behandeln können? Mit der Kuh geht es leicht, mit der kann Zipporah selbst umgehen, aber ein Pferd! Das ist ein heikles Tier. Aber besser, weit besser, als das Kamel, bis jetzt habe ich stets an ein Kamel gedacht. Das Kamel ist mir noch weniger bekannt als das Pferd, mit dem Pferd litt ich doch unter einem gemeinsamen Los: wir beide wurden gehetzt.., ich werde gut zu ihm sein, werde es nie hetzen. Willst du mich lieben, Rößlein? Der jüngere Kalifornier meinte einmal, er werde ein Maultier halten. Das Maultier sei stärker als das Pferd, flinker als der Esel und geduldiger und tüchtiger als beide. Eine Stute? Eigentlich ist das gut. Das Füllen ist bald da, man braucht nicht ein Jahr lang zu warten. Du hast recht, Großväterchen, wenn ich ein Steinhaus baue, werde ich auch das hölzerne stehen lassen. Die eine Hälfte als Kornhaus, die andere für meine Pferde. Was so ein Füllen für ein schmuckes und lustiges Tierchen ist! Wie sich die Kinder seiner freuen werden...! So mag denn das Pferd meinetwegen trächtig sein, aber am Wagen halte ich fest. Sonst kann ich nicht daran denken, zu bauen. Und bauen will ich unbedingt. Ich, ich werde die Stadt beginnen . .. die Stadt? Und wenn sie erst in hundert Jahren erbaut wird, ich werde sie beginnen, nicht meine Kinder. Den Wagen braucht man. Und auch den Pflug. Heute ernte ich, morgen wird gedroschen, übermorgen will ich schon pflügen. Zriel versprach Mais gegen Reis, der Mais wird bis zum Herbst reifen. Auch Kürbis werde ich bauen für die Pferde; nächsten Sommer trägt er schon Früchte. Neue Kräfte schäumen in mir, Keime neuer Arbeit regen sich. Neu beginnen. Fortsetzen und beginnen. Beginnen, beenden, fortsetzen. Den Reis beende ich, die Hirse setze ich fort, den Mais und die Stadt beginne ich. Keime, Blumen und Früchte auf demselben Baum: das ist Morgenland. Und das ist des Mannes Leben. So haben die Dinge immer einen Duft. Beracha hat. einen gesunden Sinn, herauszufühlen, wann ich ihrer bedarf. Sie kommt mir mit der Sichel zuhilfe. „Der Grund war hier weiß", sagt sie, während sie die Ähren zu Garben sammelt, „jetzt, nachdem er feucht geworden, ist seine Farbe ziegelrot. Er ist wie durchsonnt." Großväterchens weißes Gesicht erscheint meinen entsetzten Blicken. Ob auch Beracha an ihn denkt? Nein. Dächte sie an ihn, so würde

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