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Menorah · 1926-12-01 · Heft 12 (Dezember 1926) · p. Seite 699

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
4 (1926)
Issue
Heft 12 (Dezember 1926)
Article
Der Traumsiedler
Date
1926-12-01
Page
Seite 699 (sequence 5)
Language
German
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DER TRAUMSIEDLER 699 das Nichts besser, das Etwas aber ist dir verhaßt, weil du es beneidest. Schau, daß du auch etwas machst. Ich bin dir nicht böse, wenn du auch etwas größeres zuwege bringst als ich. Und wenn ich dich beneide, so ist es nur, um ein noch Größeres zu schaffen. Baue dir Kaffee, ich säe Indigo oder Baumwolle. Du Zuckerrohr, ich Safran... Nicht doch, er will nichts anderes als beneiden und hassen. Wie gut, daß ich in diesem Tal lebe, mit den Brüdern, die mich lieben. Wenn etwas auf uns lastet, so nehmen sie mir die Last ab. Es ist nicht wahr — sagte Alfieri damals — daß das Nichts vollkommener ist. Ein Nichts gibt es gar nicht, auch das Nichts ist etwas. Nur ist es das unvollkommenste von allen Dingen, die etwas sind. Alfieri dichtet seine Märchen auch nicht aus dem Nichts, nur aus dem unvollkommensten Etwas. Und wie vollkommen sind sie! Jedes Wort ist eine Wahrheit. Und die anderen auch. Aus kiesigem Grunde, aus einer Handvoll Samen und aus jahrhundertealter Sehnsucht erwecken sie die Wahrheit und lassen sie erblühen. Wer sagt, daß wras war, besser war, als was ist und sein wird? Wir selbst sind besser seit wir das machen. Besser als die Schacherer und besser als die Wanderer. Einer, der da schafft, wird dadurch besser, denn schaffen heißt gut sein. Und die Güte gesellt sich der Güte noch lieber als die Schönheit der Schönheit ... Der rote Zebuion arbeitet hier an der Grenze meines Grundes mit Dinjuschka. Sie lachen tagsüber viel. Dinjuschka vielleicht über die Häßlichkeit Zebuions. Zebuion über die Schönheit Dinjuschkas. Gleichviel, was es auch immer sei, sie lachen schon für einander. „Willst du nicht mehr aufs Meer, Zebuion?" ,jNein, nein, ich überlasse das meinem Sohne." Ich möchte nach Hause gehen, um zu sehen, was Groß Väterchen macht. Aber ich gehe nicht. Die Arbeit hält mich hier fest, außerdem warte ich ja auch auf meinen Mäkler. Ich will mit ihm streiten. Bei Ezekiel war er schon, auch die beiden Lewy hat er bereits besucht, mir ließ er durch den Litauer sagen, er komme heute oder morgen. Er denkt, mich durch neue Kniffe zu prellen. „Einen Wagen bringt er nicht,'4 sagt der Einäugige, „dafür aber bekommst du eine trächtige Stute. Wenn das Füllen da ist, lauft es der Mutter nach." Was der nicht alles erfindet, um meinen Reis so billig wie möglich zu erwerben! Eine trächtige Stute statt Pferd und Wagen? Da kann er lange warten! Ich denke oft an das Pferd. So peinlich es mir auch ist, das Ge-

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