Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 4 (1926)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1926)
- Article
- Telschi
- Date
- 1926-12-01
- Page
- Seite 693 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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TELSGH1 693 B. ARONSON (NEW YORK) / HOLZSCHNITT glaubt, wenn sie einander nachahmen, ja selbst angesehene Personen der Stadt naturgetreu imitieren. — Parodien, Witze, komische Erzählungen, alles mischt der Purimerzähler durcheinander. Bis nach Mitternacht bleibt man so zusammen; kindlicher Freude voll. Am Szimchas Thora ist das Sich-Freuen im Grunde doch ernster Natur. Da wird der Raum des Jubels bis zum Brechen voll.--- Jubel über unsere Thora . . . Und wer könnte das wohl wahrer empfinden als ein Jeschiwah-Bachur? Manchmal passiert es noch, daß einer der Gutsbesitzer der Umgegend betrunken und schlagwütig ins Städtchen kommt. Dann werden die Angsttage und die Gewalttaten, die in alten Novellen eine so große Bolle spielen, wieder lebendig. Man versteckt jüdische Mädchen vor dem Poriz, dem Gewaltigen über so viele Schicksale. Man spricht gedämpfter in den Häusern und auf der Gasse. Einmal wohnte ich folgender Szene bei: Über die Steine stolpert ein betrunkener polnischer Graf und die Angst vor ihm läßt einen Jeschiwah-Bachur einen weiten Umweg um die Straße machen. Da kommt ein anderer auf ihn zu: Was zitterst du, Narr? Sieh, er ist doch nur ein Poriz und du bist ein Königssohn. .