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Menorah · 1926-12-01 · Heft 12 (Dezember 1926) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
4 (1926)
Issue
Heft 12 (Dezember 1926)
Article
Telschi
Date
1926-12-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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TELSCHI Von Esriel Carlebach weimal im Jahr ist's überlebendig in der Jeschiwah. Am Szimchas Thora und am Purim. Man weiß von Schülern der Jeschiwah früherer Jahre, aus der Haskala-Zeit, die jetzt schon lange „arop fun Weg" sind, daß sie sich am Szimchas Thora unter die Menge mischen und zusehen. Und sich nicht sattsehen können. — Auf den Raw machen bei solchen Gelegenheiten zwei Parteien Anspruch: Jeschiwah und Kehilla. Doch man teilt sich. Die Baale- Batim und die ganze übrige Gemeinde trägt den Rabbi von seiner Wohnung ins Beth-Hamidrasch, dort holen ihn die Bachurim ab und bringen ihn in die Jeschiwah. Vorn Kerzen, Sänger, in der Mitte des Rabbi Stuhl, auf Schultern getragen, hinten die ganze Gemeinde. An diesem Tage ist die Jeschiwah für alle offen; auch für die Frauen. An der Ostwand steht der Raw und Reb Chajim. Vor ihnen der von Bänken und Ständern ganz freigemachte Raum. — Der Rebbe gibt den Nigun an, alle antworten. Ganz von selbst findet sich Hand zu Hand, geht ein Takt durch alle Glieder, setzt ein Rhythmus alle Füße in Bewegung. — Einige stehen um den Reigen herum und klatschen mit den Händen taktmäßig zur Melodie. Einer scheidet aus der tanzenden Reihe aus und schon ist ein anderer in die Lücke getreten. — Und immer lauter, immer schneller, immer freudeerfüllter das singende Tanzen.--Einem kleinen Kreis der ihn Umstehenden erzählt Reb Chajim lustige Geschichten; die Weiber recken die Hälse über den für sie gespannten Vorhang, die Handwerker tanzen für sich kleine Reigen, die Baale-Batim setzen die gelassenste Miene auf, die ihnen irgend möglich ist, und doch zuckt es ihnen in den Gliedern, das sieht man ihnen an. Am Purim gibt es in der Jeschiwah selbst, so unglaublich es klingt, Aufführungen, Komödien, improvisierte und vorbereitete. —' Einer wird zum maitre de plaisier ernannt, der ,,Purim Maisselach" erzählt. Von Chelmer Narren, chassidischer Unwissenheit, Wahrheitsliebe der Schadchonim und Weltgewandtheit der Jeschiwah-Bachurim sind die Geschichten zusammengeflochten worden, die solche Lachlust und Lachfreude zeigen, daß man die Gestalten gar nicht wiederzuerkennen

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