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Menorah · 1926-12-01 · Heft 12 (Dezember 1926) · p. Seite 677

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
4 (1926)
Issue
Heft 12 (Dezember 1926)
Article
Chanukahspiele der Jugend
Date
1926-12-01
Page
Seite 677 (sequence 7)
Language
German
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GHANUKAHSPIELE DER JUGEND 677 nun mit Hilfe des Griffes wie ein Kreisel in Bewegung gesetzt. Der Buchstabe, beziehungsweise das Wort, das nach beendetem Lauf beim Niederfallen des Dreidels auf der oberen Fläche erscheint, hat gewonnen. In manchen Gegenden deuten die Kinder, wie es auch in Deutschland üblich ist, N — nischt (nichts), das heißt verloren, G ganz gewonnen, H — halb gewonnen, Sch stell an, das heißt neuer Einsatz. In Galizien parodieren die Kinder die Buchstaben: Natke (Name eines berühmten Einbrechers), Ganew, Hack, Schlösser. Im Laufe der Jahre wurde der ursprüngliche Charakter des Dreidels als Würfelspiel vollständig verwischt und vergessen. Das Dreidelspiel der Kinder am Ghanukah wird nicht nur geduldet, sondern auch gerne gesehen, ja von gewichtiger, chassidisch-kabbalistischer Seite sogar als bedeutungsvoller, jüdischer Brauch gewürdigt und empfohlen. Der als Zaddik und Kabbaiist berühmte Zbi Alimelech aus Dynow, genannt der Rebbe Reb Hirsch Meilech (starb 1841 in Dynow, Galizien) war es, der vorzüglich vom Standpunkte einer kabbalistisch-messianischen Symbolik das Dreidel behandelt und den Brauch des Dreidelspieles der Kinder am Chanukah als heiligen überlieferten Brauch (Minhag Israel Thora) bezeichnet. (Bnei Issachar, Bl. 43 und 44, Lemberg 1866.) Das Dreidelspiel hat laut chassidisch-kabbalistischer Erklärung eine höhere mystisch-messianische Bedeutung. Die auf den vier Wänden des Dreidels sich befindenden Buchstaben N. G. H. Sch. sind identisch mit den Buchstaben des im Bibelvers Genesis 46, 28 sich befindenden Wortes G(o)SchN(a)H. Der Zahlenwert beider Wörter ist gleich, denn 50 + 3 + 5 + 300 3 + 300 + 50 + 5 358. Jedes dieser beiden Worte, für sich genommen, hat aber auch den selben Zahlen wert wie das Wort M(a)SchJ(a)Ch (Messias), denn 40 + 300 + 10 + 8 358. Der obenerwähnte Bibelvers, in dem sich das Wort „Goschnah" befindet, enthält überhaupt eine geheime messianische Deutung. Der Bibelabschnitt Wajigasch, in dem obiger Vers enthalten ist, wird an dem Sabbat, der auf Chanukah fällt, vorgelesen. Durch den gleichen Zahlen wert bestehen nun messianisch-kabbalistische Beziehungen und Zusammenhänge zwischen den Buchstaben N. G. H. Sch. des Dreidels, G. Sch. N. H. des Wortes „Goschnah" in dem Verse des am Sabbat- Chanukah vorgelesenen Thoraabschnittes und M. Sch. J. Ch. des Wortes Maschiach (Messias). Die im Worte,,Goschnah" wie die auf dem Dreidel enthaltenen Buchstaben G. Sch. N. H. haben ihre besondere Bedeutung, und zwar bedeutet G (Gufni) das Körperliche, Sch (sichli) das Intelligible, N (Nafschii)

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