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Menorah · 1926-12-01 · Heft 12 (Dezember 1926) · p. Seite 676

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
4 (1926)
Issue
Heft 12 (Dezember 1926)
Article
Chanukahspiele der Jugend
Date
1926-12-01
Page
Seite 676 (sequence 6)
Language
German
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676 MENORAH und B). Das Würfelspiel (alea) war schon im alten Rom verbreitet und, außer an Saturnalien, verboten. Auch unter den alten Germanen, wie auch im deutschen Mittelalter war dasselbe unter der Bezeichnung Knobein bei Männern und Frauen sehr beliebt und, trotz wiederholter Verbote durch kirchliche und weltliche Behörden, sehr verbreitet. (Siehe Bolle: Das Knochenspiel der Alten, Wismar 1886.) Aus der nichtjüdischen Bevölkerung war das Würfelspiel auch unter die Juden gekommen und wurde von ihnen betrieben. Wie zur Zeit des Talmud wurden auch im Mittelalter und in den folgenden Jahrhunderten von den Rabbinern und Gemeinden Verbote, Strafen und sogar Bannflüche gegen Würfelspieler (seit dem Mittelalter auch gegen Kartenspieler), jedoch nicht immer mit Erfolg, verhängt. Im Laufe der Zeit aber ist das Würfelspiel als verpönt und verachtet aus dem Ghetto fast spurlos verschwunden. Geblieben ist allerdings, wenn auch mit verändertem Charakter und in besonderer Eigenart, das Dreidel — ein Kreisel mit einem auf der Mittelachse sich befindenden Würfel. Es dürfte sehr alten, nichtjüdischen Ursprunges sein. Unter den Nichtjuden in Deutschland war es schon längst als „Dräer, „Draeher", „Trendel" oder „Trendil" bekannt und wurde sogar im 17. Jahrhundert verboten. (Schmeller: Bayrisches Wörterbuch, I, S. 409, Stuttgart 1827. — Perles: Beiträge zur Geschichte der hebräischen und aramäischen Studien, S. 83, München 1884.) Aus der nicht jüdischen Umgebung fand nun das Dreidel, beziehungsweise Trenderl den Weg zu der im Chederalter stehenden jüdischen Jugend, das ist etwa bis zum achten Lebensjahre und ist bis auf den heutigen Tag ihr beliebtes Chanukahspiel geblieben. Das Dreidel besteht aus einem aus Holz geschnitzten, zumeist jedoch> besonders in neuerer Zeit, aus Blei in einer Holzform gegossenen, mit allerlei Zierat versehenen Würfel, durch dessen Mitte eine dünne Achse läuft, deren oberer, herausragender, längerer Teil den Griff, der untere, kürzere Teil den Fuß bildet, auf dem das Dreidel, nach Art eines Kreisels sich dreht. Auf jeder der vier Seitenflächen des Würfels befindet sich, erhaben oder vertieft gearbeitet, der Reihe nach eines der vier folgenden hebräischen Buchstaben N. G. H. Sch. oder die Worte Nes, Gadol, Hajah, Scham (= ein großes Wunder geschah dort, seil, am Chanukah)» welch letztere schon in den obengenannten Buchstaben als Anfangsbuchstaben, angedeutet sein sollen. Am Spiel können sich mehrere Kinder beteiligen. Der Einsatz besteht aus Zuckerln, Nüssen, Knöpfen oder geringen Kupfermünzen; oft wird auch, ebenso wie beim obenerwähnten Kwittlechspiel, ohne Einsatz gespielt. Jeder der Spieler setzt auf eines der vier Wörter oder Buchstaben. Das Dreidel wird

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