Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 4 (1926)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1926)
- Article
- Chanukahspiele der Jugend
- Date
- 1926-12-01
- Page
- Seite 674 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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674 MENORAH satz (144, 7) „Hapaeh nischbar waanachnu nimlatnu", das Netz ging entzwei und wir wurden gerettet? Die Antwort lautet: Der Buchstabenwert des Wortes „pach" p + ch beträgt 8 + 80 88. Das Pach, das ist das Netz (der Syrer) 88 ging entz w ei und wir wurden gerettet, denn 88 : 2 44, es erscheinen also die 44 Lichter des Chanukahfestes. Eine zureichende etymologische Erklärung des Wortes Kattowes ist bis heute trotz mehrfacher Bemühungen (so zum Beispiel Elija Levita, Steinschneider, Grünbaum, Tendlau usw.) nicht gefunden. Es ist möglich, daß es mit dem hebräischen Worte „katof", pflücken, reißen, zusammenhängt, weil beim Kattowesspiel Sätze, Wörter oder Buchstaben voneinander gerissen werden und eine neue Bedeutung erhalten. Im Schrifttum (so zum Beispiel im oben angeführten Leket Joscher) wird Kattowes in hebräischer Schrift oft auch als Derivat vom Infinitiv katof „Katafot" geschrieben. Ein allgemein unter der Jugend des Ostens verbreitetes Ghanukahspiel sind die sogenannten „Kwittlech". Diese sind ihrem Wesen nach nichts anderes als ein modifiziertes Kartenspiel und unterscheiden sich von den gewöhnlichen, in vielen frommen Kreisen arg verpönten Spielkarten bloß durch Namen, äußere Ausstattung und zumeist auch die Art des Spielens. Während die Alten auch in manchen frommen, selbst chassidischen Kreisen am Ghanukah ein Kartenspiel nicht verschmähen, würde man ein solches bei der Jugend als Zeichen der Ausgelassenheit und sittlicher Verderbtheit betrachten. Kwittlech bilden nun gewissermaßen durch Umgehung der Bezeichnung „Karten", ein durch alten Brauch erlaubtes Kartenspiel. Die Einsätze sind sehr gering und bestehen bloß aus den geringsten Kupfermünzen des erhaltenen Ghanukahgeldes; oft wird auch ohne jeden Einsatz gespielt. Ein solches Spiel besteht meist aus 20 oder 25 Kwittlech, die aus gewöhnlichem Karton ausgeschnitten und mit hebräischen Buchstaben im Zahlenwerte von 1 bis 25 der Reihe nach bezeichnet sind. Die Zahlen 5, 10, 15, 20, 25 sind mit einem Halbkreise versehen und heißen „gekreinte" (das heißt gekrönte). Die „gekrönten" haben den Vorzug vor den übrigen Karten, daß sie jede gewöhnliche (nichtgekrönte) Karte und jede niedere gekrönte schlagen. Die Kwittlech werden gedeckt unter die Spieler verteilt. Die größere Zahl schlägt die kleinere und wer die größte Zahlensumme erlangt, der hat gewonnen. Nach einer anderen Art des Kwittlechspiels, dem sogenannten 31-Spiel, werden zwei Spiele von je zwölf Karten genommen, von denen jedes Spiel mit den Zahlen