Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 4 (1926)
- Issue
- Heft 11 (November 1926)
- Article
- Der Traumsiedler
- Date
- 1926-11-01
- Page
- Seite 635 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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DER TRAUMSIEDLER 635 „Nichts? Und das Heu?" „Auch nicht." „Hast du viel Vieh?" „So ziemlich." „Und willst nichts verkaufen?" „Nein!" Er ist ein redelustiger, zutraulicher, flotter Mann, dieser Mäkler, mit einem kleinen, krausen, rötlich gefärbten Bart. Hätte er sich nicht Soliman genannt, ich hätte ihn für einen hebräischen Bruder gehalten. Er geht noch nicht, sondern forscht mich aus, blinzelt, tut freundschaftlich, frägt nach meinem Namen und einen Augenblick später nennt er mich beim Namen. „Ah, Jischaj," ruft er, „du hast ja Reis dort!" „Ja, Reis." „Du bist ein Prachtkerl, verstehst du dich denn auf den Reis?" „Gewiß." „Du bist der einzige in dieser Gegend, der sich auf ihn versteht." Der Mäkler hat mir eine große Freude gemacht. „Aber der Reis ist doch verkäuflich." „Nein, auch der Reis nicht." Er sieht mich bestürzt an. „Hast du ihn vielleicht schon dem Machmut verkauft!" „Ich habe ihn niemandem verkauft." „Recht so. Dann machen wir noch ein Geschäft." Geschäft? Das Wort ist so fern, klingt fast wie ein Scherz. „Nein." „No, mach' doch keine Umstände, Jischaj, wozu brauchst du denn den Reis?" „Ich hebe ihn mir auf für den Winter." Er lacht. „Für den Winter? Der ist noch weit. Bis dahin kannst du noch zweimal ernten." „Unser Vorrat ist aufgezehrt." „Ihr werdet doch nicht ewig Reis essen wie die Chinesen! Drei Jahre lang werdet ihr es nicht aufgegessen haben, was da wächst. Auch ist der Reis eine teuere Nahrung." „Teuer schon." Es tut mir so wohl, von meinem Reis sprechen zu können. Teuer! „Was glaubst du, Jischaj," dringt er weiter in mich, „es dürfte gute hundert Kubikklafter sein."