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Menorah · 1926-11-01 · Heft 11 (November 1926) · p. Seite 633

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
4 (1926)
Issue
Heft 11 (November 1926)
Article
Der Traumsiedler
Date
1926-11-01
Page
Seite 633 (sequence 2)
Language
German
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DER TRAUMSIEDLER 633 nach dem Weg, der zu den Arabern führt. Ich gehe inzwischen zu Groß Väterchen. Er lächelt: „So schön rot bist du, Jischaj. Stärker als je. Dir fehlt schon nichts.'' „Mir geht es gut." „Freilich, das Haus. Das Wasser hat es ziemlich beschädigt. Immerhin kann man noch alles in Ordnung bringen." „Du wirst dich auch erholen, Groß Väterchen." Er winkt resigniert: „Ich?" Und wieder spricht er vom Haus. „Beracha sagt, im nächsten Jahr baust du dir ein Steinhaus. Wirst du dieses abtragen? Es wird besser sein, wenn du es als Scheune stehen läßt und daneben baust." Ich kann sein hoffnungsloses Lächeln, das sein Gesicht auf keinen Augenblick verläßt, nicht lange ertragen. Ich gehe aufs Feld, um das Heu mit der Gabel zu bearbeiten. Aber auch dazu gebricht es mir an Geduld. Ich mustere den Reis. Das Wasser ist schon halbwegs verschwunden, und die silbernen Ähren wiegen sich wie ein windgewellter Teich. Doch lange kann ich auch sie nicht betrachten. Der weiße Reis lächelt wie das greise Großväterchen. Das Lächeln des Reisfeldes ist Leben und Verheißung, aber Großväterchens.. . Ich will den Gedanken loswerden ... und mache einen Sprung hinüber nach Iljitschkas Siedlung, vielleicht ist er schon zu Hause. Isa arbeitet auf seinem Feld; sie hat geerntet und das Korn eingesammelt, die Mauern weiß getüncht und Blumen gepflanzt.. . überall Ordnung und Sauberkeit. Ein starkes Mädchen ist diese Isa, sie hat ein tüchtiges Stück Arbeit verrichtet. Die beiden scheinen also einander doch gefunden zu haben. „Freilich," sagt Isa, „jetzt bleibe ich schon hier, denn wir brauchen einander. Er mich, wenn er seine Kranken besucht, und ich ihn ...", sie lacht, „wenn ich krank sein sollte." Ihr Lachen ist jetzt heiter und rein, wie der Gesang der Wachtel im Korn. Sie eilt ins Haus, bringt einen Topf Milch und ladet mich freundlich ein. „Danke, ich bin nicht gewohnt, außer den Mahlzeiten ..." „Nimm es nur, Jischaj!" Sie drückt es in meine Hand und erzählt: „Er hat mich mehr als einmal gerufen, auf daß wir beisammen leben. — Nein! Ich war stolz, eigensinnig; ich würde mich allein ernähren können. Da kam die Flut — noch immer nicht. Wir lebten

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