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Menorah · 1926-11-01 · Heft 11 (November 1926) · p. Seite 627

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
4 (1926)
Issue
Heft 11 (November 1926)
Article
Saloniki, das Zentrum der Sephardim
Date
1926-11-01
Page
Seite 627 (sequence 5)
Language
German
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SALONIKI, DAS ZENTRUM DER SEPHARDIM 627 Spanien und die Juden verhängnisvolle Dekret betreffs der Vertreibung unterzeichneten („Wir befehlen, daß unsere Königreiche alle Juden austreiben und daß sie niemals zurückkommen sollen"), so bedeutete dies einen gewaltsamen Niederbruch eines blühenden Kulturlebens, deren Hauptrepräsentanten Gabirol, Ibn Esra, Jehuda Ilalevi und Maimonides gewesen waren. 600.000 Menschen begaben sich plötzlich auf den Weg, um neue Heimatsorte zu suchen, ihre Thorarollen und Steine von den Gräbern ihrer Väter milführend. Kleine Gruppen siedelten sich in Holland, Italien, später in England an, wo sie sich rasch der Sprache und Kultur ihres neuen Wirtsvolkes anpaßten. Aber die Hauptmassen ließen sich in den nordafrikanischen Staaten und vor allem in der Türkei nieder. Hier leben sie seitdem ihr Sonderleben, das gleichzeitig altjüdisch und altspanisch ist. Anthropologisch repräsentieren sie einen edlen jüdischen Typus. Rembrandt schenkte bekanntlich diesem sephardischen Typus sein besonderes Interesse; er machte sich im Amsterdamschen Ghetto ansässig, um ihn besser kennenzulernen. Die Sephardim haben bis jetzt ihre physiognomische Eigenart bewahrt und man begegnet heutzutage oft Rembrandtschen Gestalten. Dies wurde auch vom Schweizer Forscher Karl Vogt beobachtet, der den sephardischen Typus charakterisiert: ,,Im Orient und in der Umgebung des Mittelmeeres begegnen wir diesem semitischen Stamm mit langem schwarzen Haar und Bart, großen, mandelförmigen, schwarzen Augen, mit dem melancholischen Ausdruck im länglichen Gesicht; just der Typus, den wir im Rembrandtschen Porträt wiederfinden'6 („Vorlesungen über die Menschen", II, 238). Es ist etwas Vornehmes und Wiir- DAVID PIPANO (Saloniki) Gest. 1925 als Oberrabbiner von Bulgarien

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