Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 4 (1926)
- Issue
- Heft 11 (November 1926)
- Article
- Saloniki, das Zentrum der Sephardim
- Date
- 1926-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
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I H :>»:! f5$**$St[i Ütä^^s l K 7 . '. I * 9 V f •-• " JrPnf.« UM BLICK VOM HAFEN AUF DAS JÜDISCHE STADTVIERTEL IN SALONIKI weiligen Ursprungsorte der Gruppe. In der Mitte des 14. Jahrhunderts wurden die Juden mit der übrigen nichtmohammedanischen Bevölkerung gleichgestellt. Das 15. und 16. Jahrhundert waren das goldene Zeitalter des jüdischen Saloniki. Tausende jüdischer Scheinchristen, sogenannte Marranen, aus Portugal, Spanien und Italien, suchten Zuflucht im freien Saloniki, wo sie zu ihrem alten Glauben zurückkehrten. Sie brachten Bildung und Reichtum mit sich und gaben Impulse zu einem intellektuellen Aufschwünge. Rabbinische Studien blühten in den berühmten Hochschulen Salonikis. Die Rabbiner besaßen Macht und Autorität, sie hielten die Gemeinde in Zucht und Ordnung. Gegen Ende des 16. Jahrhunderts fand Sabbatai Zewi, der sich als Messias ausgab, in den kabbalistischen Kreisen der Salonikier Gemeinde Tausende begeisterte Anhänger, deren Nachkommen eine Sekte von Kryptojuden bilden, die in Saloniki leben und Dönmeh (Apostaten) genannt werden. Einige unter den Führern der jungtürkischen Bewegung, wie der Großvezier Taalat Pascha und der Finanzminister Dschawid Bey, gehörten dieser Sekte an. Bis zum Weltkrieg konnte das jüdische Saloniki seine Sonderstellung aufrechterhalten dank seiner