Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 4 (1926)
- Issue
- Heft 11 (November 1926)
- Article
- Die Hierosolymitanische Stiftung [Illustration]
- Date
- 1926-11-01
- Page
- Seite 617 (sequence 7)
- Language
- German
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DIE HIEROSOLYMITANISCHE STIFTUNG 617 DIE ASCHKENASISCHE SYNAGOGE IN JERUSALEM Aus: Schwarz „Descriptive History of Palestine" 1850 lassenen Erbschaft eun kommen den Geldern dieses Capital von fl. 22.000 hinweg auf einen sicheren Platz zu stellen; und in jedem Falle müssen, ehe sie zur Besitznahme der Erbschaft schreiten, diese fl. 22.000 bezahlt oder durch Papiere sicher gestellt sein"12). Auf diese Weise hatte Wertheimer die gesammelten Gelder für die Aschkenasim in Palästina in derselben Höhe unverkürzt abzahlen lassen, obwohl er nachdem Vertrag vom 12. Kislew 5520 (1760) der Gemeinde Frankfurt a. M. den von ihr gespendeten Betrag von fl. 10.000 zurückgezahlt hatte. In seinem Testamente ermahnte er auch seine Kinder, das bei ihm angesammelte Kapital für palästinensische Juden nicht nur zu erhalten13), sondern auch zu vergrößern. Nach seinem Tode verblieben diese Beträge als Depositum beim Oberhof-Marschallsgericht. Von ihrem Schicksal ist jedoch lange Jahre nichts zu hören. Erst im Jahre 1779 meldeten sich „sechs sogenannte hierosolymitanische Judenbevollmächtigte" beim Oberhof-Marschallsgericht und verlangten die Herausgabe dieses Depositums. Sie wurden aber mangels genügender Beweise abgewiesen14). Da sich die Angelegenheit dieser Jerusalemer Gelder in die Länge zog, wurde sie derart dunkel und verworren, daß nicht nur das Oberhof-Marschallsgericht als Kurator gegen seine Bestimmung zum Gegner der Bevollmächtigten wurde, sondern es bildete sich ein ganzer Legendenkreis. Auf Grund von Nachforschungen der Vereinigten Hofkanzlei stellte sich erst später durch die Bücher als erwiesen dar, daß diese Gelder keineswegs als Stiftung anzusehen sind, weil sie bloß für das augenblickliche Bedürf-