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Menorah · 1926-11-01 · Heft 11 (November 1926) · p. Seite 615

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
4 (1926)
Issue
Heft 11 (November 1926)
Article
Die Hierosolymitanische Stiftung [Illustration]
Date
1926-11-01
Page
Seite 615 (sequence 5)
Language
German
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DIE HIEROSOLYMITANISGHE STIFTUNG 615 Dirling teilte auch Wertheimer die Regelung der Angelegenheit im obangeführten Sinne mit und legte ihm die Dringlichkeit der Erfüllung der Forderung der türkischen Gläubiger nahe. Als im Dezember 1728 Dirling nach Wien zurückberufen und an seine Stelle zum Internuntius Michael von Thalman ernannt wurde, besuchte ihn Wolf Wertheimer vor seiner Abreise, der ihm auch versprach, die palästinensischen Juden „zu protektiren"9). Der neue Internuntius nahm sich aber keineswegs der Jerusalemer Juden so eifrig an, wie sein Vorgänger Dirling. Im Gegenteil. Thalman, der vor seiner Gesandtenstelle in Wien Sekretär für orientalische Sprachen war, bezog sich zu den Juden sehr skeptisch, da er zu ihrer Staatsloyalität wenig Zutrauen hatte10). Inzwischen wurde ein Teilbetrag nach Jerusalem geschickt, worauf die Gläubiger ä conto-Zahlungen erhielten und somit teilweise befriedigt wurden. Auch dem in Jerusalem wohnhaften jüdischen Arzt Dr. Tobias Moschides11), mit dem Wolf Wertheimer in lebhafter Korrespondenz stand, ist es gelungen, einen Ausgleich mit den Gläubigern herbeizuführen und sie zu veranlassen, noch zuzuwarten, bis die gesammelten Beträge eintreffen würden. Wolf Wertheimer hatte nun inzwischen seinen Schwager, den Rabbiner Moses in Frankfurt, ersucht, ihm bei den Sammlungen behilflich zu sein. Unter dem Eindrucke dieses Schreibens schickte auch die Frankfurter Gemeinde Briefe an alle deutschen Judengemeinden mit der Aufforderung, für die palästinensischen Juden Geld zu sammeln. Angesichts der fortwährenden Geldanforderungen aber aus Palästina wurde um diese Zeit von Wertheimer sogar die Frage angeschnitten, ob nicht die Gemeinden separate Bestimmungen erlassen sollten, daß nur wohlhabenden Juden gestattet sein möge, nach Palästina zu gehen, da die Armen allzu viel zur Last der jüdischen Gemeinden fallen. Außerdem hatte Wertheimer schon früher im Wege der Internuntiatur die türkische Regierung ansuchen lassen, allen Mohammedanern und sonstigen Einwohnern von Jerusalem ausdrücklich zu verbieten, an Juden Geld zu verleihen, selbst unter der Androhung, daß sie widrigenfalls strenge bestraft und ihre verliehenen Summen zur Gänze verlorengehen würden. Während die gesammelten Gelder bei Wertheimer einliefen, ging sein eigenes Vermögen verloren. Schon im Jahre 1724 wurden von ihm Zahlungstermine nicht eingehalten. Da er seine Kapitalien in den Dienst des kurfürstlich-bayrischen Hofes gestellt hatte und von diesem die Schulden nicht zurückerstattet wTurden, sah er sich im Jahre 1733 gezwungen, seinen Bankerott anzumelden. Zu seinen Passivschulden

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