Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 4 (1926)
- Issue
- Heft 9 (September 1926)
- Article
- Urkunden und Akten zur Geschichte der Juden in Eisenstadt [...] [Rezension]
- Date
- 1926-09-01
- Page
- Seite 539 (sequence 3)
- Language
- German
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BIBLIOGRAPHIE 539 Faksimile einer von der Hand Ascher Uemmels geschriebenen und gefertigten 'L>kkana, beinhaltend die Verpflichtung, an den Yorstamlssit/.ungen mindestens einmal wöchentlich teilzunehmen Aus B. Wachstein; Urkunden und Akten zur Geschichte der Juden in Eisenstadt Salärposten der Beamten, die jedesmal mit Unterschrift den Empfang quittierten, zeugten für die „Emuna" der Gcmeindegebarung. Daß der sogenannte ,,heilige" Dienst der Angestellten, daß Kultus, Zucht und Ordnung durch minutiöseste Vorschriften (Tckkanas) geordnet waren, deren Einhaltung religiöse Pflicht war, liegt im Wesen dieser Menschen, „in deren Lehen das Beherrschende die Tradition, die Religion ihrer Väter war." Nichtsdestoweniger haben wir uns dieselben keinesfalls als reine Tugendholde vorzustellen. Jene Gruppe der Dokumente, die Wachstein unter dem Titel „Strafrecht" zusammenstellt, bieten uns ein recht anschauliches, instruktives Bild, welche Art von Vergehen in dieser engen Welt zwischen eisernem Tor und Kette „üblich", sozusagen natürlich waren und wie Vorstand und fürstliche Behörde darauf reagierten. Wir treffen den Typus des „groben Kazzews", des lockeren Karlenspielers ebenso, wie den des Gemeindegewaltigen und den des losen Spötters. Überhaupt wird der Eisenslädter, wohl auch jeder „Kchillajude", manche Züge, Zustände, Verhältnisse in dem Buche finden, die bis heule bestehen oder die zu deren Erklärung beitragen. Nirgends war und ist die Heimat in dem Maße „eine Komponente der für das Leben notwendigen Existenzbedingungen", wie in diesen kleinen Gassen. Sändor W o 1 f. dessen Name schon in der allerersten Nummer der „Menorah" in Verbindung mit Eisenstadt genannt war und der seither ein eigenes Wolf-Museum in Eisenstadt eingerichtet hat, hat auch an diesem literarischen Denkmal seiner Geburtsgemeinde als Isachar — Mäcenas mitgewirkt. Wir wollen mit dem Schlußpassus seines Geleitwortes schließen: „Wir können mit Stolz auf die Vergangenheit unserer engsten Heimat zurückblicken, deren vielhundertjährige Existenz alle Behauptungen, daß der Jude sich nicht selbst regieren kann, Lügen straft. Dieser Grund allein müßte für uns schon wichtig genug sein, um an der Selbstregierung unserer Gemeinde (die bekanntlich bis heule eine autonome, politische Behörde bildet)