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Menorah · 1926-09-01 · Heft 9 (September 1926) · p. Seite 526

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
4 (1926)
Issue
Heft 9 (September 1926)
Article
Vom neuen Geist der jüdischen Baukunst
Date
1926-09-01
Page
Seite 526 (sequence 8)
Language
German
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526 MENORAH Kunstanschauung, Gegner sind, bleibt das ihre Sache. Aber wenn sie in den Kreisen, die ihrer Information auf Gnade und Ungnade ausgeliefert sind, auch nur die Meinung verbreiten, die Bedeutung dieser Schule sei fraglich, fälschen sie bewußt die Wahrheit und begehen — nicht an den Künstlern, die ihren Weg trotz allem finden — aber an der Sache der jüdischen Architektur, also an der Sache des jüdischen Volkes ein gewissenloses Unrecht. Während ihre «ichtjüdischen Karneraden, einerlei aus welchem Lager, dieser Gruppe wenigstens jene vollkommene Achtung engegenbringen, die jeder Charakterstärken schöpferischen Eigenart gebührt, wird hier seit Jahren planmäßig versucht, der am nächsten beteiligten jüdischen Gemeinschaft einen längst gesicherten Tatbestand vorzuenthalten. Denn die Nörgler wissen, was jeder halbwegs Eingeweihte sehr wohl weiß. Und müßten deshalb aufrichtigerweise ihre Verlautbarungen anders formulieren. Etwa so: Wir haben die oder jene Bedenken; aber dessenungeachtet müssen wir klar heraussagen, daß die Schule, deren Haupt und Symbol Oskar Strnad ist, nicht erst seit heute eine weltweite Verbreitung und einen unbestrittenen weltgültigen Ruf besitzt. Man darf behaupten, daß seit den Tagen Otto Wagners von Wien aus keine baukünstlerische Bewegung von ähnlich fundamentalem Range ausgegangen ist. Als sinnfälligen Beweis führen wir nur die neueste Veröffentlichung des Darmstädter Verlages Alexander Koch „Tausend Entwürfe für Innenräume" an, die jedermann auf den ersten Blick erkennen läßt, daß die jüngere Generation deutscher Architekten fast durchwegs von dem Einflüsse Strnads beherrscht wird. Dem entspricht seine Wirkung als Inhaber einer Meisterklasse an der Wiener Kunstgewerbeschule. Dem entspricht ferner seine hervorragende Beteiligung an öfTentlichen Aufgaben: wie schon 1914 am österreichischen Haus der Werkbundausstellung in Köln (Hof und Raum der Architektur), hat er jetzt, 1925, an unserem Pavillon in Paris (Orgelturm) in entscheidender Weise mitgearbeitet, und nach dem Staat hat ihn die Stadt Wien — neben Peter Behrens, Josef Frank und Oskar Wlach — bei der Verwirklichung ihres sozialen Wohnbauprogrammes (Stromstraße) herangezogen. Dem entspricht sein Erfolg bei Wettbewerben größten Stils; um nur ein Beispiel aus jüngster Zeit zu nennen: bei der Konkurrenz für das Bad Schallerbach hat Strnad den ersten Preis erlangt und ist soeben daran, gemeinsam mit Klemens Holzmeister (von der Akademie) die großzügige Anlage auch durchzuführen. Aber schließlich geht es nicht um ihn, sondern um seine, durch eine stattliche Reihe starker und reifer, seit langem schon namhafter Begabungen vertretene Richtung. Sie bedeutet innerhalb des regen

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