Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 4 (1926)
- Issue
- Heft 9 (September 1926)
- Article
- Vom neuen Geist der jüdischen Baukunst
- Date
- 1926-09-01
- Page
- Seite 525 (sequence 7)
- Language
- German
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GEIST DER JÜD. BAUKUNST 525 nicht von den kostspieligen und nachhaltigen Fehlern, die infolgedessen draußen im Osten begangen worden sind. Wir sprechen nur von dem Versäumnis hierzulande, einem Versäumnis zugleich ästhetischer und moralischer Natur. Das geschah und geschieht noch immer, indem wir — aus unerfindlichen Gründen — an einer Baukunst achtlos vorübergehen, die alle lebendigen, uns nötigen Eigenschaften meisterlich entwickelt hat. Trotzdem sich ihre Versuche und Vollbringungen vor unseren Augen ereignen, wollen wir von ihr nichts wissen. Warum? Darauf darf man, sofern diskutable Einwendungen in Betracht kommen, zweierlei Einwendungen erwarten. Die dreimal Naseweisen mit den langen Zöpfen werden sagen: diese Kunst ist noch problematisch oder: sie ist banal, jedenfalls von zweifelhaft schwankendem Ruf (wobei diese Sachverständigen im stillen hinzufügen: unsere aber ist geschmackvoll und traditionell beglaubigt). Die kompakte Majorität der gutgläubigen Laien, die keine bösen Hintergedanken hat, wird freimütig eingestehen: wir können diese Kunst auch beim besten Willen nicht jüdisch finden. Auf beides wollen wir nächstens einmal eingehend, auf Grund einer genauen Darlegung der Werkproben, die unsere Ausführungen begleiten, Antwort geben. Für heute nur das Folgende. Den unentwegten Zweiflern am guten Ruf der Bauschule, die Oskar Strnad anführt, muß endlich mit aller Deutlichkeit vor der jüdischen Welt erwidert sein: Soweit sie, als Abkömmlinge einer anderen Entwurf Prof. Oskar Strnad