Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 4 (1926)
- Issue
- Heft 9 (September 1926)
- Article
- Vom neuen Geist der jüdischen Baukunst
- Date
- 1926-09-01
- Page
- Seite 524 (sequence 6)
- Language
- German
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524 MENORAH Prof. Oskar Strnad / Gläser, ausgeführt von I. & L. Lobmeyer Volkes zum Problem seines bildenden Schattens im Grunde die Gleichgültigkeit geblieben. Man wird das erstaunlich finden müssen. Doppell erstaunlich, wenn man auch nur einigermaßen bedenkt, wie wichtig, nicht erst seil heute, in jedem, auch praktisch-sozialen Sinne die Kunst, wie bedeutend inzwischen unsere Künstler geworden sind. Vor allem in der Architektur. Man kann sich nur schwer einen härteren Gegensatz vorstellen: Während die verantwortlichen Führer der verschiedensten politischen Parteien mit seltener Übereinstimmung an repräsentativen EfTeklen hängen, — wo immer nur möglich ein Palast! —■ während sie die dekorativen und symbolischen Spiele — wo immer nur möglich ein Stern Davids! — für das Um und Auf auch der jüdischen Baukunst halten, hat ihr das Leben der Siedler im Heiligen Lande die nüchternsten Dinge: praktikable Straßennetze, Wohn- und Werkvierlei, Stadt- und Landhäuser, Scheunen und Stallungen zur Aufgabe gestellt. Wer wollte leugnen, daß dieser nüchterne Tatbestand des neuen Siedlerlebens und was er von den Baumeistern erwartet, würdig und jüdisch ist, wer könnte verkennen, daß er nicht auf jene altmodisch sentimentale Weise, sondern nur einfach und brauchbar, also nicht ,,schön", sondern nur gut erledigt werden muß. Trotzdem hat man bis heute nichts getan, dem offenkundigen Unverhältnis zwischen unserer modernen Lebensform und einer beispiellos rückständigen Kunstanschauung ein Ende zu machen. Wir sprechen