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Menorah · 1926-09-01 · Heft 9 (September 1926) · p. Seite 515

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
4 (1926)
Issue
Heft 9 (September 1926)
Article
Der Traumsiedler
Date
1926-09-01
Page
Seite 515 (sequence 4)
Language
German
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DER TRAUMSIEDLER 515 schlummert. Dann zwingt er sich zum Aufstehen, hilft Beracha oder begleitet die Kinder bis dahin, wo die Erde schon trocken ist, dann schleppt er sich mühselig zurück. Er hat dennoch Pläne und Träume, aber im geheimen seufzt er oft. „Ich warte auf meinen Sohn," sagt er mir bei einem Abendessen, ,,er muß kommen. Ich will mit ihm noch sprechen." Das Wörtchen „noch" klingt so gespenstisch. Ich suche dem Wort einen froheren Klang zu geben. „Du sprichst noch mit ihm, Großväterchen." „Er wird kommen", sagt er und schließt das Auge. „Er kommt und bleibt hier." „Das wird auch gut sein," antworte ich. „Wir bauen bei der Schleuse eine Hütte und kommt er, so kann er dort wohnen." „Nicht wahr?" — er sagt das voll Freude — „nicht wahr, ihr werdet ihm helfen und beraubt ihn nicht der Freude des Lernens und des Gebetes. Er sucht die Nähe Gottes." „Freilich," fällt Beracha ins Wort. Der Alte schaut uns an, halt inne und sagt das Nachmittagsgebet her. Ja, seine Pläne! Er möchte hinter dem Haus einen Nußbaum pflanzen. „Zu Schewuoth haben wir das Haus immer mit Nußblättern geschmückt, die riechen so gut! Es ist, als ob der Schöpfer wegen der Gesetzgebung am Sinai diesen Duft in die Blätter gegossen hätte." Es betrübt mich fast, als er mit kindlicher Hoffnung in die Zukunft bemerkt: „Ich werde im Schatten meines Baumes liegen und den frischen Duft einatmen." Mein Gott, bis ein Nußbaum Schatten gibt!. . . Großväterchen soll spielen und träumen, solange er spielen und träumen kann. Seit die Krankheit mich heimgesucht hatte, denken w7ir oft über unser Verhältnis zu Gott nach, ich nicht weniger als Beracha .. . Sind wir Gott fremd geworden, seit wir ihn nicht mehr täglich im Gebete begrüßen? „Vielleicht wäre es besser," meint Beracha, „wenn wir Gott gäben, was Gottes ist." „Wir segnen ihn am besten mit Arbeit und Schaffen." „Das ist wahr, aber es ist ebenso gut, wenn man mit ihm ein wenig sprechen darf." Zuweilen spreche ich auch mit einem oder dem anderen Bruder darüber. Ezekiel sagt: „Eh, wir gehen nicht rückwärts!" Der ältere Kalifornier raucht verschwiegen seine Pfeife und sagt

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