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Menorah · 1926-09-01 · Heft 9 (September 1926) · p. Seite 498

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
4 (1926)
Issue
Heft 9 (September 1926)
Article
Sabbat
Date
1926-09-01
Page
Seite 498 (sequence 12)
Language
German
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498 ME NO RAH Heiligung er farbenreich schildert. Daß viele römische Dekrete auf ihn Rücksicht genommen und sogar Befreiung vom Militärdienst für Juden am Sabbat verfügt wurde, sei erwähnt. In den Evangelien wird an verschiedenen Stellen und bei verschiedenen Gelegenheiten des Sabbat Erwähnung getan. Daß ihn Jeschu beobachtet hat, ist aus Math. 12, 2 bekannt aus dem Verbot des Ährenabreißens am Sabbat und aus Johannes durch die Mitteilung, daß in Kapernaum die Kranken am Sabbat erst nach Sonnenuntergang zum Herrn gebracht wurden; auch die feierlich-fröhlichen Sabbatmahlzeiten werden in Lukas erwähnt; auch der „Sabbatweg" zur Verhütung des Überschreitens der Sabbatgrenze. Daß Paulus in der ersten Periode seines Apostellebens den Sabbat strenge beobachtete, ist sichergestellt. Er war darin der treue Schüler seines Lehrers Gamliel, nur daß dieser niemals ein solcher Fanatiker war wie Paulus vor seiner Bekehrung. Die ungeheure Werbekraft des Sabbat kommt darin zum Ausdruck, daß die urchristlichen Gemeinden ihn strenge hielten, wie aus vielen historischen Zeugnissen erwiesen ist. Die griechisch-römische Welt feierte ihn mit Eifer. Die jüdischen Synagogen waren an Sabbaten von eifrigen Hörern gefüllt, die den Lehrvorträgen der Rabbiner lauschten. Josefus und Philo rühmen es, Seneca beklagt es bitter, daß es kaum eine Stadt der griechisch-römischen Welt gebe, in welcher nicht der Sabbat von Nichtjuden beobachtet würde. Kein Wunder; denn Jeschu selbst besucht nach Markus und Lukas fleißig die Synagoge und hielt, wenn nicht alles täuscht, selbst Vorträge. Es kostete viele Mühe, den Sabbat aus christlichen Kreisen auszurotten. Das konnte nur durch feindliche Akte geschehen und durch die Propagierung des Sonntags als Tag des Herrn und der Auferstehung in eingestandener und betonter Opposition gegen den immer mehr gehaßten Judaismus. Der Siegeszug des Messias der Kirche war Anfang ihrer neuen Welt, Geburtstag des Christentums. Der Sonntag sollte den Sabbat töten. Aber selbst der Sonntag wurde nach jüdischer Art gefeiert. Kirche und später Staatskirche mußten mit Zwangsmitteln eingreifen; es war kein leichter Kampf. Reizvoll wäre es, ihn zu schildern bis zum endlichen Siege des Sonntags. Rückfälle traten immer wieder ein, wie denn auch in späteren Jahrhunderten und auch in der Gegenwart immer wieder Bewegungen innerhalb der christlichen Gemeinschaft erstehen, den alten Sabbat wieder einzusetzen. IX. Der jüdische Sabbat erwies sich als eine gewaltige sittlichreligiöse Kraft. Innerhalb des Judentums hat sie sich bewahrt. Ist es ein Wunder,

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