Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 4 (1926)
- Issue
- Heft 9 (September 1926)
- Article
- Sabbat
- Date
- 1926-09-01
- Page
- Seite 497 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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SABBAT 497 die Israeliten nur einen Sabbat gehörig hielten, würde keine Naturgewalt über sie herrschen können; hielten sie zwei Sabbate recht, sie wurden sofort erlöst werden." Die Herzensfreude, welche der Sabbat bringt, findet tausendfachen Ausdruck; sie ist die Frucht des Segens, der in der Erfüllung des Satzes liegt: „Nennen sollst Du den Sabbat eine Lust." Daher die Feierlichkeit der Sabbatmahlzeiten, die keine Schwelgerei sind noch sein dürfen. Körperliches Ausruhen und geistige Erhebung sind Sinn und Zweck des Sabbat; noch so einfach, ärmlich und sparsam mag die äußere Feier sein, ja wochentäglich; die Sabbatseele muß vorhanden sein. Der Kaiser fragte den Rabbi Josua ben Chananjah, ,,warum verbreitet die Sabbatspeise einen so angenehmen Duft?" — ,,Weil wir ein Gewürz haben, Sabbat genannt, das wir hineintun." — ,,Gib uns davon." — „Es nützt nur dem, der den Sabbat beobachtet." Es wäre verlockend, hier hunderte Beispiele solcher Art anzuführen und von der Sabbatpoesie im Gemeinde- und Familienleben rührende Schilderungen zu machen. Das unterbleibe. Es ist dessen genug geschehen. Wir wollen auf dem Boden historischer Überlieferung bleiben. VIII. Versammlung der Gemeinde zu Gebet und Belehrung gehörte seit uralten Zeiten zum Wesen der Sabbatfeier; ganz besonders und in erster Reihe die öffentliche Belehrung; Studium der überlieferten Lehre und daran knüpfende Betrachtung und Unterweisung der Gelehrten. Das wurde von kulturhistorischer Bedeutung. Es hob die Kenntnis der Lehre in den Mittelpunkt des Gottesdienstes. Unkenntnis bedeutet deshalb den Tod des Judentums. Kenntnis und Wissenschaft erhielten eine durch nichts zu ersetzende Zentralstellung, ohne daß sie überschätzt wurden. Denn nicht die Theorie wurde das Wichtigste, sondern die Praxis; also auch nicht die religiösgeschichtliche Theorie, sondern die religiössittliche Praxis. Diese war denn auch bis zum Höchsten gediehen. Das erwies sich in Zeiten der Not und Gefahr. In der Makkabäererhebung kostete es Mühe, die strenge Sabbatruhe zum Zweck der Verteidigung aufzuheben und auch in den Römerkriegen wird ähnliches erzählt. Es ist nicht uninteressant, daß wir gerade aus der Makkabäerzeit ein literarisches Denkmal besitzen, welches die Geschichte der Welt bis zur Gesetzgebung auf Sinai in Jubelperioden von je 49 Jahren teilt; es ist das „Buch der Jubiläen". Der Sabbat nimmt in diesem Buche einen bedeutenden Raum ein. Es bedarf nicht erst des Zeugnisses des Josefus Flavius für die Treue der Juden seiner Zeit in der Beobachtung des Sabbat, dessen Weihe und